Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Fodor / Piatelli-Palmarini: What Darwin got wrong | Wissenschaftstheorie | Evolution

"What Darwin Got Wrong": Taking down the father of evolution

Ein Interview mit Jerry Fodor über dessen Buch "What Darwin Got Wrong" stellt noch einmal die Radikalität seiner Darwinismuskritik heraus: "Man sieht - auch ohne Gott - wie sich die Darwinische Geschichte als radikal falsch herausstellen könnte ... da falsche Voraussetzungen gemacht wurden", so Fodor. Als ein Argument taucht die bereits mehrfach erwähnte interne Koppelung unterschiedlicher Merkmale auf, die es unmöglich macht, zu entscheiden, ob das Merkmal von der Selektion begünstigt wurde oder nur ein Trittbrettfahrer ist. Zur Illustration führt Fodor das Züchtungsexperiment an, das Füchse durch Auswahl domestizieren konnte. Dabei veränderten sich unerwarteter Weise eine Reihe anderer Merkmale, die offenbar intern korreliert waren. Dumm für Fodors Argumentation ist nur, dass sich dasselbe Beispiel bei Richard Dawkins in dessen "Greatest Show on Earth" zwanglos in die Selektionstheorie integrieren lässt. - hhp

Erstellt von al | | Sünde | Anthropologie | Dawkins | Evolution | Deutsch

- Religion versus Evolution: Wie die Sünde in die Welt kam - SPIEGEL ONLINE

Woher kommt die Moral, und woher die Sünde? Ist es nur die Suche nach einem Grund für alles, die den Mensch zum Glauben bringt, wie der Evolutionsbiologe Pascal Boyer annimmt? Oder seine Autoritätsgläubigkeit Grund der Religion, wie Richard Dawkins sagt? Vielleicht hängen Moral und Religion aber auch gar nicht zsuammen. Andere Stimmen halten Moral für das Ergebnis der jeweiligen evolutionären Situation einer Gesellschaft, die Evolutionstheorie alleine erkläre aber nur ein allgemeines Kooperationsangebot. Theologen wie Wolfgang Achtner betonen den unerklärbaren Mehrwert der Feindesliebe. Der Artikel präsentiert eine breite Palette interessanter Mutmaßungen zum Thema. - al

Erstellt von hhp | | Englisch | Wissenschaftstheorie | Fodor / Piatelli-Palmarini: What Darwin got wrong | Evolution | Anthropologie

New critique intends to rebut Darwin's ideas - The Boston Globe

Der bekannte Wissenschaftsphilosoph Michael Ruse hält Fodors und Piattelli-Palmarinis "What Darwin Got Wrong" für ein "äußerst ärgerliches Buch". Statt aktuelle Diskussionen der Evolutionstheoretiker zu rezipieren, führten die Autoren richtungslose Rundumschläge gegen den Darwinismus durch. Als Hauptattacken gegen die natürliche Selektion führten die Autoren ins Feld, dass erstens die Lebensentwicklung den selbstorganisierenden physikalischen und chemischen Zwängen unterliege und dass zweitens selektionsnegative Merkmale überleben, die selbst gar nicht überlebensförderlich sind, sondern lediglich an überlebensförderliche Merkmale gekoppelt sind (Trittbrettfahrer). Beide Argumente - so Ruse - seien evolutionstheoretisch längst bekannt und mit dem Darwinismus durchaus verträglich. Ruses Verdacht ist, dass die Autoren - obwohl stolz bekennende Atheisten - die Relativierung des Menschen genauso wenig ertragen können wie die verachteten Christen, dieses aber nicht offenlegen - hhp