Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

| Tierethik | Deutsch | Theologie | Schöpfung | Evolution | Anthropologie

Die Evolution im Paradies - Hamburger Abendblatt

An der Universität Münster entsteht das erste "Institut für Theologische Zoologie" an einer deutschen Hochschule. Der Seminarleiter Rainer Hagencord, Priester, Biologe und Philosoph will mit den Studenten interdisziplinär arbeiten. Erkenntnisse aus der Evolutionstheorie Darwins, aber auch aus der Gen- und Hirnforschung sollen in Beziehung gesetzt werden zum biblischen Schöpfungsglauben - nicht als unversöhnliche Gegensätze, sondern auf der Suche nach einer "angemessenenen theologischen Reaktion auf die Forschungsergebnisse der jüngsten Zeit". So stellen sich angesichts der engen genetischen Verwandschaft von Mensch und Tier neue Fragen zum Verhältnis des Menschen als "Krone der Schöpfung" zu Tieren und Pflanzen. "Der Mensch begnügt sich auch längst nicht mehr damit, Tiere und Pflanzen zu nutzen: Er greift durch Vertreibung, Ausrottung, Zucht und mit immer feineren Veränderungen des Erbguts in die Evolution ein."

Erstellt von hhp | | Englisch | Darwin | Kreationismus | Comfort: Origin

Creationists hand out Darwin’s book with a twist

Katherine Lymn berichtet von der Überraschung, die einige Studenten der Uni von Minnesota erlebten, als sie die gern genommene Ausgabe von Darwins "Origin" öffneten: die spezielle Einleitung des evangelikalen Ray Comfort. Für eine Studentin war es "eine Art Betrug" für eine christliche Kommilitonin jedoch eine pfiffige Idee: "Ich denke, es ist gut, beide Sichtweisen dort vorzufinden". Buchverteiler David sprach von 98% positiver Resonanz bei den Studenten. Das "Origin into Schools Project" zielt bewusst auf die Zukunftsgeneration, da hier besonders große Wirkung zu erwarten ist - hhp

| Anthropologie | Deutsch | Evolution

Was zwischen Mensch und Affe fehlt - Forschung Spezial - derStandard.at › Wissenschaft

Oliver Hochadel beschäftigt sich mit der Karriere des "Missing Link" zwischen Affe und Mensch in Wissenschaft und Populärkultur. Darwin selbst hat den Begriff in seinen Werken nicht verwendet. Im deutschen Sprachraum prägte der Jenaer Zoologe Ernst Haeckel 1868 die Vorstellung eines fehlenden Bindeglieds zwischen Affen und Menschen. Während diese Vorstellung in der Populärkultur weiterhin stark vertreten ist und von Kreationisten das fehlende Missing Link als "vermeintlich schwächster Punkt der Evolutionstheorie" ins Feld geführt wird, geht die Wissenschaft nicht mehr von einem einzigen menschlichen Vorfahren seit der Abspaltung von der Affenlinie aus. Hochadel setzt sich deshalb kritisch mit der großen Medienoffensive des Teams um den norwegischen Paläontologen Jørn Hurum auseinander, der im Mai den Fund von "Ida" eines quasi vollständig erhaltenen, 47 Millionen Jahre alten Primatenfossils aus der hessischen Grube Messel als Entdeckung des Missing Link feierte.