Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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Paläontologie: Der Mensch erschien im Pliozän - Mensch & Gene - Wissen - FAZ.NET

Der FAZ-Artikel fasst die Science-Veröffentlichung zum Hominidenfund des Ardipithecus zusammen, v.a. die Revisionen gängiger Vorstellungen über die menschliche Evolution: der aufrechte Gang (cancelt die Savannenhypothese), der Gebissbefund (lässt Ardi friedlicher erscheinen als gedacht), die Partnerwerbung (lässt Machos alt aussehen). Der Autor äußert aber auch Skepsis gegenüber Lovejoys soziobiologischer Rückbindung einer monogamen Lebensweise an "Ardi". Der Bericht wird ergänzt durch ein Interview mit dem deutschen Hominidenforscher Friedemann Schrenk, der die Bedeutung des Fundes nur bestätigen kann. Schrenk begrüßt dabei v.a. die Neudefinition von "Hominiden", die vor drei Jahren erst auf den Schimpansen ausgedehnt wurden. Die Unähnlichkeit unseres neuen Urahns mit dem Schimpansen engt die "Hominiden" aber wieder auf den Menschen und seine engeren Vorfahren ein. Schrenk glaubt, "dass man mit Schlüssen vom Schimpansen auf den Menschen jetzt vorsichtiger sein sollte" - hhp

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Sensationsfund "Ardi" war nicht Affe, nicht Mensch - Welt online

Auch die Welt berichtet vom "Sensationsfund" - allerdings mit einigen nicht unerheblichen Fehlern: Richtig ist die Aussage, Ardipithecus ramidus sei "unbestritten der Vorläufer des Menschen". Die Fortführung, "zugleich aber auch der des Schimpansen, Orang-Utans, Gorillas", ist jedoch falsch. Wegen der zeitlichen Nähe lässt "Ardi" zwar Rückschlüsse auf den letzten gemeinsamen Vorfahren von Affe und Mensch zu, Ardi selbst ist aber nicht dieser gemeinsame Vorfahr. Auch kann nicht die Rede davon sein, dass Ardi sich "geschickt auf zwei Beinen am Boden bewegte". Im Science Sonderheft (s. u.) heißt es, dass Ardis "Bipedie primitiver war als die des Australopithecus" (Tim White et all, S. 64). Nicht Ardi, sondern "Lucys Art, Au. afarensis, war ein geschickter Zweibeiner" (Ann Gibbons, S. 39) - hhp

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Online Extras: Ardipithecus ramidus - Science

Ein sensationeller Hominidenfund ist in einer Science-Sonderausgabe frei zugänglich. Der neue Fund, Ardipithecus ramidus tritt in eine zeitliche Lücke, die bisher zwischen Australopithecus ("Lucy") und dem letzten gemeinsamen Vorfahren von Affen und Mensch klaffte. Noch können Australopithecus und Ardipithecus nicht mit einer geschlossenen Linie verbunden werden: Die Kluft zu Austr. ist "enorm", so Ann Gibsons. Überhaupt wirft der Fund einige liebgewordene Hypothesen über Bord. Von dem bisher als schimpansenähnlich vorgestellten Urahn weicht Ardipithecus durch aufrechten Gang (nicht erst in der Savanne) und kleinen Eckzähnen deutlich ab. Das deutet auf eine veränderte Sozialstruktur: (a) Fürsorgliche Nahrungsbeschaffung (b) Paar-Bildung und (c) reproduktive Tarnung (Weibchen preisen nicht wie bei Schimpansen ihren Eisprung an). "Diese Verhaltensweisen dürften den männlichen Elternaufwand substanziell intensiviert haben - ein adaptiver Durchbruch ... bis zu uns", so Owen Lovejoy - hhp