Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Linkproblem | Englisch | Evolution | Kreationismus | Ardipithecus

Education in the Arab world - Economist.com

Unter dem Titel "Nachzügler versuchen aufzuholen" berichtet ein Beitrag u.a. über den beklagenswerten naturwissenschaftlichen Bildungsstand in der Arabischen Welt. Aufhänger ist der Hominidenfund Ardipithecus ramidus, der zu einigem Umdenken der Evolutionsbiologen geführt hat (allerdings nicht im Blick auf eine frühere Abspaltung des menschlichen Stammbaumastes, wie der Economist fälschlich behauptet). In der arabischen Welt führte der Fund erwartungsgemäß zu Schlagzeilen wie "Amerikanische Wissenschaftler entlarven Darwin" oder "Ardi widerlegt Darwins Theorie": ein Rückschlag für den westlichen Materialismus und ein Triumph für den Islam. Die hohe religiöse Bildung gehe auf Kosten der naturwissenschaftlichen, und seit einiger Zeit ist die Rückweisung der Evolutionstheorie durch Umfragen belegt, von denen der Artikel einige benennt - hhp

Erstellt von hhp | | Englisch | Wissenschaftstheorie | Evolution | Soziobiologie | Ardipithecus

Did Monogamy Begin 4.4 Million Years Ago? - Psychology today

Der Psychologe Christopher Ryan, Mitautor einer Publikation über die prähistorischen Wurzeln heutiger Sexualität, kritisiert die soziobiologischen Folgerungen, die Owen Lovejoy aus der Anatomie des Hominidenfundes Ardipithecus ramidus ableitet: dass bereits unsere Urahnen durch Liebe und Paarbindung verbunden waren. Ryan wundert sich, wie eine derart fehlerhafte und inkohärente Analyse Eingang in ein peer-reviewed und weltweit hoch angesehenes Journal wie "Science" finden kann. So sei der Schluss von reduziertem Wettbewerb zwischen den Männchen auf Monogamie nicht zwingend. Das Gegenteil zeigten die heutigen Schimpansen und Bonobos. Vier weitere Fakten zur Unterstützung der Monogamie-Hypothese (Verhältnis von Hoden zum Gesamtkörper; Samenproduktion; Penismorphologie; Extrapolation von heute) werden von Ryan entkräftet. Auch Lovejoys Schluss von reduzierten Reißzähnen auf Monogamie werde von den rezenten monogamen Gibbons widerlegt - hhp

Erstellt von sh | | Kreationismus | Evolution | Dawkins | Englisch

Evolution All Around - New York Times

Nicholas Wade hat sich Richard Dawkins "The Greatest Show on Earth" angenommen und attestiert Dawkins einen feinen Sinn für Ironie, den er ohne Gnade gegen Evolutionsgegner einsetze. Allerdings stellt Wade fest, dass Dawkins Begriff einer Theorie nicht wissenschaftlich sei: Für Dawkins sei Evolution mehr als "nur eine Theorie", nämlich ein wissenschaftlicher Fakt. Durch diese Definition rutsche er für Wade genauso ins Dogmatische wie seine Gegner, da Evolution zwar eine historische, jedoch keine wissenschaftliche Tatsache, sondern eben eine Theorie sei. Wade kritisiert besonders den Ton, den Dawkins wählt, wenn er von "Geschichtsverleugnern" spricht, die "schlimmer als ignorant" und "bis zur Perversion verblendet" seien. Dies sei weder wissenschaftlich noch zivilisiert. Kreationisten behaupten, Evolution sei nur eine Theorie; Dawkins sagt, es sei eine Tatsache. Jedoch geht Wade davon aus, dass keiner von beiden recht hat - sh