Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Templeton Foundation | Englisch | Gottesbild | Intelligent Design | Evolution

On Reducing Irreducible Complexity, Part I - Science and the Sacred

Der Biologieprofessor Darrel Falk, Co-Präsident der von Templeton geförderten "BioLogos Foundation", blickt zurück in die Geschichte der Intelligent-Design-Bewegung: Als Stephen Jay Gould die Alleinherrschaft der natürlichen Selektion hinterfragte und (der Agnostiker) Michael Denton der Evolutionstheorie eine komplette Überholung empfahl, knüpft Michael Behe an den Unerklärtheiten an und deklariert sie zu grundsätzichen Unerklärbarkeiten - es sei denn, man führe einen intelligenten Designer ein. Diesen Schritt hält der Autor für mehr als tollkühn: "Die Geschichte der Wissenschaft hat wiederholt gezeigt, dass man nicht einfach ein wissenschaftliches Problem als Sackgasse deklarieren kann, wenn ein Forschungsfeld gerade zu seiner Blüte gelangt ist". Gott in wissenschaftlich Unbekanntes einzusetzen, verrate ein magisches Gottesbild und den Wunsch nach einem Beweis. Wissenschaft kenne wunderbare Hinweise auf Gott; Hinweise und Beweise seien jedoch sehr unterschiedliche Dinge - hhp

| Englisch | Theologie | Kreationismus | Evolution | Dawkins

Creationists, now they're coming for your children - Times Online

Nachdem sich Richard Dawkins, im "Gotteswahn" so richtig abreagiert und nicht nur den Kreationismus, sondern Religion insgesamt verteufelt hat, schlägt sein neues Buch "The Greatest Show on Earth" andere Töne an. Dawkins betont: "Oft und zu Recht wird gesagt, dass der höhere Klerus und Theologen kein Problem mit der Evolution haben, ja in vielen Fällen Wissenschaftler in dieser Hinsicht aktiv unterstützen". Aber: "Wir dürfen nicht selbstzufrieden annehmen, dass die Akzeptanz der Evolution durch Bischöfe und ausgebildete Priester auch für deren Gemeinden gilt". Umfragen zufolge leugneten hier im Schnitt 40% die Evolution. "Und das sollte die Kirchen ebenso beunruhigen wie Wissenschaftler". Darum appelliert er an die "aufgeklärten Bischöfe und Theologen, etwas mehr Anstrengung im Kampf gegen den antiwissenschaftlichen Unsinn zu zeigen". Es ist der gemeinsame Gegener "Kreationismus", der so ungleiche Elemente wie Dawkins und Theologen zusammenschmiedet. hhp AUSFÜHRLICH IN DER PRESSESCHAU

Erstellt von hhp | | Wissenschaftstheorie | Theologie | Schöpfung | Soziobiologie | Kreationismus | Intelligent Design | Englisch | Neuer Atheismus | Deismus | Gottesbild | Evolution

A Grand Bargain Over Evolution - The New York Times

Robert Wright will den Kulturkampf zwischen atheistischen Wissenschaftlern und gläubigen Evolutionsgegnern schlichten, indem er auf eine Gemeinsamkeit beider Parteien hinweist: Beide unterschätzten die kreative Kraft der natürlichen Selektion. Nähmen Gläubige dies ernster, könnte auch die darwinistisch so schwer fassbare menschliche Moral plausibel erklärt werden. Wrights Hinweis auf den evolutiv gut erklärbaren "reziprokem Altruismus" greift indes zu kurz, da Moral qualitativ mehr ist als gegenseitiger Nutzen. Moralische Wahrheit sei jedenfalls ähnlich wie mathematische Wahrheit immer schon vorhanden, sie brauche von der natürlichen Selektion nicht erfunden, sondern nur gefunden werden. Diesen "Algorithmus der natürlichen Selektion" könne Gott freigesetzt haben (zur Freude der Gläubigen), aber "seine Rolle in diesem kreativen Prozess endet" damit auch (zur Freude der Naturalisten). Der Preis für die Befriedung indes ist hoch: Es ist der ferne Gott des Deismus! - hhp