Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Deutsch | Hirnforschung

Endlich befreit!

Entscheidet unser Gehirn unbewusst, ist der freie Wille eine Illusion? Nach Jahrzehnten haben Berliner Hirnforscher die berühmte These mit einem raffinierten Spiel gegen den Computer widerlegt, so lauter der Aufmacher dieses interessanten Artikels. Es geht um die Libet-Experimente, nach denen das Gehirn die Entscheidung unbewusst längst vorweggenommen hat, lange bevor wir uns bewusst entscheiden, etwas zu tun. Stichwort war das Bereitschaftspotential des Gehirns, das sehr frühzeitig aufgebaut wird. Die Computerexperimente zeigen nun, dass sich der Mensch dennoch umentscheiden kann. Das war allerdings auch schon eine spätere Einsichts Libets (der an eine Vetomöglichkeit dachte), die allerdings nicht bei allen angekommen ist, und anscheinend auch nicht beim Verfasser dieses Artikels. - al

Erstellt von hhp | | Biologie | Physik | Wissenschaftsgeschichte | Wissenschaftstheorie | Deutsch | Englisch

Physik des Lebens - spektrum.de

Wenn sich Physiker auf die Suche nach einer "grundlegenden Theorie des Lebens" machen, werden manche eine Reduktion der Biologie auf die Physik wittern. Der Artikel (eine exklusive Übersetzung aus nature) berichtet jedenfalls von der Faszination der "aktiven Materie", die auf der Ebene kristalliner, biomolekularer und synthetischer Elemente selbstorganisierende Strukturbildungen und Bewegungen auszeichnet - ganz wie dies bei lebenden Organismen zu finden ist. So können für den Autor "die scheinbaren Gemeinsamkeiten zwischen der im Labor hergestellten aktiven Materie und lebenden Dingen ... schon unheimlich sein". Das kleine Wörtchen "scheinbar", das übrigens im englischen Original fehlt, trübt die Euphorie ein wenig. Denn künftig wird sich klären müssen, "ob sich mit Hilfe der Theorie der aktiven Materie auch biologische Mechanismen nachbilden lassen", und der Autor weiß, "dass die meisten Biologen erst noch davon überzeugt werden müssen". Aber laut dem Biologen Tony Hyman gibt es Hoffnung: "Die neue Generation von Biologen wird ... von Anfang an besser in Physik ausgebildet". - hhp

Erstellt von al | | Kosmologie | Deutsch | Einstein | Astronomie

Nobelpreis oder Häme für die Jäger von Gravitationswellen?

Der direkte Nachweis von Gravitationswellen wäre eine Sensation, der Nobelpreis so gut wie sicher. Kurz nach dem 100. Geburtstag der Allgemeinen Relativitätstheorie wäre damit eine von Einsteins verblüffendsten Vorhersagen bestätigt. Die Wellen werden ausgesandt, wenn im All gewaltige Massen in Bewegung sind. Trifft eine Gravitationswelle auf die Erde, staucht und dehnt sie den Raum und alles, was sich darin befindet: Menschen, Häuser, Kontinente – aber nur um Bruchteile eines Atomkern-Durchmessers. Seit 1960 bauen Physiker Detektoren, um die Wellen nachzuweisen. Allerdings waren andere Physiker zuletzt vor allem durch fehlerhafte Messungen aufgefallen, die sie auf Pressekonferenzen vorschnell für revolutionär erklärt hatten. Allerdings spricht einiges dafür, dass die neuen Daten kein Fake sind. Unter anderem eine Spezialeinheit, die Fakesignale aussendet, um die Genauigkeit der Beobachtung zu messen. - al