Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

| Deutsch | Wissenschaftstheorie | Darwin | Evolution

Der Westen: Darwinismus: Der emporgekommene Affe

In einem Interview geht der Essener Biologe und Philosoph Hans Werner Ingensiep auf zentrale Implikate der Evolutionstheorie ein. Im Kontext der Frage, ob die Evolution ein Ziel kenne, erwähnt Ingensiep die neue Forschungsrichtung "Evo Devo", sieht aber weniger einen planenden Ingenieur als einen wilden Bastler am Werk. Dass in diesem Prozess Kultur mit ganz eigenen Gesetzen entstanden ist, macht Ingensiep mit einigen anschaulichen Beispielen klar. Er hält es für "höchst problematisch", das Selektionsprinzip auf die Kultur zu übertragen. Man erinnere sich an den Artikel von Hubert Markl, für den die Entstehung der Kultur einen "Umschlag von Quantität in neue Qualitäten" bedeutete (siehe 12.02.09: 200 Jahre Darwin).

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.: Creationists taking on evolution in Germany - The Local

Viele amerikanische Evangelikale sehen Europa zwar als einen gottlosen Ort, aber dieser Reportage von David Wroe zeigt am Beispiel Deutschlands, dass auch hier Evolution hinterfragt wird und sich Kreationismus ausbreitet. So solle z.B. in Dtl ebenfalls ein Bibelfreizeitpark gebaut werden, der u.a. die biblische Schöpfungsgeschichte zeige. Betrachtet man die schwinden Zahlen der Kirchgänger, die liberale Zivilgesellschaft und die theologische Tradition, die Bibel historisch statt wörtlich zu sehen, scheint es undenkbar, dass so ein Park Wirklichkeit werden könnte. Jedoch gewinne laut Wroe Kreationismus mehr Popularität, was vor allem an den rund 80 privaten, konservativ-christlichen Schulen läge. Wissenschaftler bestätigen, dass Kreationismus in Deutschland unterschätzt werde. Das liege auch an dem nachlassenden Interesse an Wissenschaft und dem fehlenden Verständnis dafür. Man sei sich aber einig, dass Kreationismus in Deutschland nicht so stark werde, wie in den USA - sh

Erstellt von sh | | McLeroy | Politik | Schule | Evolution | Kreationismus | Englisch

Defeat and Some Success for Texas Evolution Foes - The New York Times

In einer knappen Abstimmung bestätigte der Bildungsrat von Texas, dass Evolution zur allgemein akzeptierten Wissenschaft gehört. Jedoch gelang es konservativen Ratsmitgliedern, Lehrer offiziell dazu auffordern zu lassen, mehrere wissenschaftliche Prinzipien kritisch zu beurteilen. Bereits im Januar wurde die Formulierung, die verlangt "Stärken und Schwächen" von wissenschaftlichen Theorien zu untersuchen, aus dem Lehrplan gestrichen. Laut NYT sind die neuen Formulierungen jedoch wieder politische Codes und Versuche, Evolution zu untergraben: die Schüler werden dazu aufgefordert "die Zulänglichkeit und Unzulänglichkeit von natürlicher Selektion als Erklärung für die Komplexität der Zelle zu analysieren und zu beurteilen". Die Debatte über den Lehrplan, der 2010 in Kraft treten wird, hat Auswirkungen auf die Unterrichtsstandarts in den USA. Da Texas die größte Kundengruppe stellt, orientieren sich nationale Schulbuchverlage beim Inhalt ihrer Bücher stark an texanischen Bedürfnissen - sh