Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von fv | | Deutsch | Physik

120 Jahre Röntgenstrahlen

Der Beginn des Durchblicks Am 8. November jährt sich zum 120. Mal der Tag, an dem die Menschheit den Durchblick bekam: Wilhelm Röntgen entdeckte die später nach ihm benannten Strahlen, die zunächst X Strahlen hießen (im Englischen auch heute noch x-rays genannt). Das verlinkte Video schildert schön, wie es zu der Entdeckung kam, ein klassischer Zufallsbefund! Das fluoreszierende Material hätten vielleicht viele gesehen, sich gewundert und es wieder vergessen. Nicht so Röntgen, er ging der Sache systematisch nach und fand so einen neuen physikalischen Zusammenhang, Strahlen, die offenkundig auch feste Stoffe durchdringen. - fv

Erstellt von fv | | Anthropologie | Deutsch | Evolution

Müde Sammler und Jäger

Warum Müdigkeit keine Schande ist! Manchmal kommt Trost von unerwarteter Seite: Immer ein wenig müde schleppt man sich durch den Alltag und stellt viele Vermutungen an, woran das liegen mag, was man vielleicht einmal ändern sollte. Doch die anthropologische Studie, auf die in diesem kurzen Artikel hingewiesen wird, zeigt: Das war schon immer so! Wir Menschen haben offenkundig die Angewohnheit, immer ein wenig mit Schlafmangel zu kämpfen. Sogar die indigenen Völker in abgelegenen Weltgegenden verhalten sich nicht anders... Also können wir uns getrost in unser Menschheitsschicksal fügen und weiter munter müde sein! - fv

Erstellt von hhp | | Deutsch | Einstein | Physik | Quantenphysik | Wissenschaftsgeschichte

Einstein würde sich die Haare raufen - zeit.de

Der Titel des Artikels spielt darauf an, dass sich Einstein nie mit der seltsamen Welt der Quanten abfinden wollte. Hier dachte Einstein klassisch: Objekte 'haben' Eigenschaften - egal, ob man sie misst ('Realität'), und diese Realität lässt sich 'lokal' beschreiben, da räumlich weit getrennte Objekte keinen Einfluss nehmen ('Lokalität'). Nun soll in der Quantenphysik alles anders sein: Objekte bekommen Eigenschaften erst durch Messungen zugeschrieben und nehmen dabei instantan Einfluss auf weit entfernte Objekte, haben eine 'spukhafte Fernwirkung', wie Einstein formulierte. Da dies mit der Alltagsphysik und gar dem Alltag so gar nicht vereinbar zu sein scheint, suchte man stets in "Schlupflöchern" nach Alternativtheorien "mit einem alltagstauglicheren Weltbild". Nun gebe es aber ein Experiment, mit dem Wissenschaftler "die Unausweichlichkeit der Quantenmechanik eindrucksvoll demonstriert haben". Sie hätten die beiden wichtigsten Schlupflöcher gleichzeitig geschlossen, was bisher nicht gelungen sei. Es blieben zwar noch minimale Lücken offen, neue "lokal-realistische" Entwicklungen seien davon aber nicht zu erwarten. Fachleute mögen urteilen, inwieweit das neue Experiment tatsächlich neu ist: Schon 2008 konnte der theoretische Physiker Jürgen Audretsch schreiben: "Es gibt keine lokal realistische Alternative zur Quantentheorie". Der kurze, aber lesenswerte Artikel verweist mit einem Link auf die frei verfügbare Originalpublikation in Nature. Indes scheinen die eingebetteten Videos, die das Unanschauliche anschaulich machen könnten, nicht zu funktionieren. - hhp