Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution | Kreationismus

Die Fossilien von Dmanissi aus kreationistischer Sicht - ag-evolutionsbiologie

Übergangsformen passen so gar nicht in ein kreationistisches Weltbild, das von unverbundenen Grundtypen ausgeht: Großaffen und Menschen sind demnach durch eine unüberbrückbare Lücke getrennt. Wie werden Kreationisten - so fragt Hansjörg Hemminger - mit Fossilfunden fertig, die diese Lücke zu schließen beanspruchen? Da solche Übergangsformen aus einem Mosaik von archaischen und modernen Merkmalen bestehen, greife der Kreationist schlicht die modernen heraus, lasse die archaischen unberücksichtigt, und rechne den Fund zum modernen Menschen. So messe Michael Brandt "den archaischen Merkmalen des Schädelbaus ... kein Gewicht bei, sondern bewertet ausschließlich den Bau der Extremitäten, den er für modern hält". Damit führe Brandt "seine Leserschaft in die Irre". Hier kann man Brandt allerdings wohlwollender lesen. In der von Hemminger kritisierten Veröffentlichung erwähnt Brandt durchaus die geringe Schädelkapazität, lässt sie aber deshalb unberücksichtigt, weil der Erstbeschreiber des Fossilfundes selbst sich auf die "postkranialen" (= unterhalb des Schädels befindlichen) Merkmale beschränkt und in diesen den Übergangscharakter des Fundes festmacht. Wenn Brandt im Gegenzug diesen Merkmalen (konkret der Schultermorphologie) den Übergangscharakter abspricht, ist dies nicht von vornherein methodisch illegitim. Der Schluss von einem einzigen Merkmal auf ein "Homo erectus kein 'Missing Link'" greift jedoch zu kurz. Dies könne man - jetzt wieder mit Hemminger - "nur dadurch beurteilen, dass man möglichst viele Merkmale heranzieht". Hier übergehe Brandt "die offensichtliche Tatsache, dass sich - selbst wenn er in Bezug auf das Schulterskelett Recht hätte - am Übergangscharakter dieser fossilen Funde nichts ändern würde". - hhp

Erstellt von fv | | Deutsch | Physik

120 Jahre Röntgenstrahlen

Der Beginn des Durchblicks Am 8. November jährt sich zum 120. Mal der Tag, an dem die Menschheit den Durchblick bekam: Wilhelm Röntgen entdeckte die später nach ihm benannten Strahlen, die zunächst X Strahlen hießen (im Englischen auch heute noch x-rays genannt). Das verlinkte Video schildert schön, wie es zu der Entdeckung kam, ein klassischer Zufallsbefund! Das fluoreszierende Material hätten vielleicht viele gesehen, sich gewundert und es wieder vergessen. Nicht so Röntgen, er ging der Sache systematisch nach und fand so einen neuen physikalischen Zusammenhang, Strahlen, die offenkundig auch feste Stoffe durchdringen. - fv

Erstellt von fv | | Anthropologie | Deutsch | Evolution

Müde Sammler und Jäger

Warum Müdigkeit keine Schande ist! Manchmal kommt Trost von unerwarteter Seite: Immer ein wenig müde schleppt man sich durch den Alltag und stellt viele Vermutungen an, woran das liegen mag, was man vielleicht einmal ändern sollte. Doch die anthropologische Studie, auf die in diesem kurzen Artikel hingewiesen wird, zeigt: Das war schon immer so! Wir Menschen haben offenkundig die Angewohnheit, immer ein wenig mit Schlafmangel zu kämpfen. Sogar die indigenen Völker in abgelegenen Weltgegenden verhalten sich nicht anders... Also können wir uns getrost in unser Menschheitsschicksal fügen und weiter munter müde sein! - fv