Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Transhumanismus | Deutsch | Neuro-Enhancement | Hirnforschung

Hirn auf Hochtouren

Hirndoping ist zum Massenphänomen geworden. Kritiker warnten in den vergangenen Jahren bereits vor unabsehbaren gesellschaftlichen und gesundheitlichen Folgen. Ein Beweis dafür, dass die Substanzen wirklich halten, was viele sich von ihnen versprechen, fehlte bislang. In diesem Jahr aber ist eine systematische Übersichtsarbeit veröffentlicht worden, die den neuesten Kenntnisstand über ein altes Medikament (Modafinil) zusammenfasst. Es verbessert vor allem das konvergente Denken, wenn es also darum geht, für die Lösung eines Problems verschiedene Informationen zusammenzuführen – also logische Schlussfolgerungen. Divergentes Denken hingegen, bei dem die Gedanken um flexible Lösungen für ein Problem kreisen, wird nicht verbessert. Wären Prüfungen mehr an Kreativität ausgerichtet denn an Reproduktion von Wissen, hätte Modafinil wohl keine Chance. Vor dem Konsum wird in jedem Fall gewarnt, weil die Datenlage bei Gesunden noch unzureichend ist. Bei Patienten, die Modafinil krankheitsbedingt regelmäßig einnehmen mussten, sind in seltenen Fällen auch gravierende Nebenwirkungen aufgetreten. Auch wurde Modafinil fast ausschließlich in Laborexperimenten untersucht und nicht unter lebensnahen Bedingungen, wird kritisiert. - al

Erstellt von vf | | Anthropologie | Deutsch | Künstliche Intelligenz

Sind Roboter die besseren Menschen?

Immer wieder gab es in den letzten Jahren Nachrichten aus dem Bereich der Robotik.Ihr gemeinsamer Tenor ist: Die Entwicklung schreitet schneller voran als bisher vermutet. In Europa wird das Thema noch nicht so intensiv diskutiert, das ist in Japan anders. Nun muss man bei dem Thema Künstliche Intelligenz vorsichtig sein, denn Entscheidendes unseres eigenen Menschseins verstehen wir noch nicht ansatzweise. Aber darum mag es in der Robotik auch gar nicht gehen. Es wäre ja schon eine riesige Herausforderung, wenn hochintelligente und flexible Maschinen menschliches Verhalten weitgehend simulieren könnten. Dies würde nicht nur den alltagsnahen Einsatz möglich machen, sondern sicherlich auch unsere zwischenmenschlichen Konventionen verändern. 24 Stunden einsatzfähige Roboter in der Pflege könnten eine Erleichterung darstellen, aber auch ein künstliches GEfängnis für die zu Pflegenden darstellen. Viel wird davon abhängen, wie sich die gesellschaftlichen Konventionen und Regeln im Umgang mit intelligenten Maschinen sich entwickeln wird. - vf

Erstellt von fv | | Deutsch | Hirnforschung

Wege der Hirnforschung

Vor einigen Tagen ist ein Artikel in der FAZ erschienen, der die Möglichkeiten der Neurowissenschaften darstellt, grundlegende Fragen zu beantworten, etwa die, was Aufmerksamkeit sei. Sehr viel interessante Ergebnisse der Neurowissenschaften werden zusammen getragen! Leider zeigt der Artikel aber auch, dass Philosophie dann nur noch als Garnierung der eigenen Erkenntnisse wahrgenommen wird. Platons Problem im Höhlengleichnis war nicht die Frage, wie wir die Welt entdecken können, sondern wie wir zu der Erkenntnis des Guten (des einen, ewigen Guten) kommen. Darüber handeln die Neurowissenschaften aber gar nicht (das Gute im Platonischen Sinne ist nicht das moralisch Gute) - warum dann sich auf Plato berufen? Um die eigenen Erkenntnisse bedeutungsvoller darstellen zu können? Das sind Wege auf dünnem Eis... - fv