Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

| Anthropisches Prinzip | Deutsch | Evolution | Franziskus (Papst) | Gottesbild | Interdisziplinarität | Kosmologie | Schöpfung | Theodizee | Theologie | Vatikan | Pierre Teilhard de Chardin

Wie der Jesuit Teilhard de Chardin den Glauben mit der Wissenschaft vereinen wollte - NZZ

In einem offiziellen Gesuch plädiert der Päpstliche Kulturrat für die Rehabilitierung des interdisziplinären Pioniers Pierre Teilhard de Chardin - Anlass für den systematischen Theologen Jan-Heiner Tück, in die Gedankenwelt Teilhards einzuführen. Da mit der positiv zu würdigenden Grundintention Teilhards, Glaube und Evolution zu versöhnen, tiefgreifende Veränderungen in Schöpfungs-, Gottes- und Christusverständnis einher gegangen seien, habe Teilhard von Anfang an bis über seinen Tod hinaus "Schwierigkeiten mit den kirchlichen Autoritäten" gehabt. Erst mit dem Zweiten Vaticanum seien "Rezeptionsblockaden" gefallen, und Papst Franziskus habe nun "positiv auf Teilhard de Chardin Bezug genommen". Der Autor begrüßt eine Rehabilitierung Teilhards, was eine "Selbstkorrektur des römischen Lehramtes" einschließe, aber auch bedeute, "die selektive Rezeption Teilhards in Esoterik und New Age, in Transhumanismus und Digitalismus kritisch unter die Lupe zu nehmen". Bei einer Rehabilitierung müsse allerdings "die methodische Unschärfe, aber auch die eigenwillige Begrifflichkeit Teilhards" vermieden werden, wenn man im aktuellen interdisziplinären Gespräch ernst genommen werden wolle.

Erstellt von hhp | | Bioethik | Englisch | Evolutionsmedizin

A family in Italy doesn’t feel pain because of a gene mutation - New Scientist

Der Artikel berichtet von einer Italienischen Familie, der die üblichen Schmerzempfindungen fehlen. Die Suche nach den Ursachen führte zu einer Mutation in einem bestimmten Gen, das die Genaktivität von weiteren Gene steuert, die für Schmerzempfindungen relevant sind. Sobald die Details der Mechanismen entschlüsselt sind, zielen die Wissenschaftler (offenbar nicht auf gentechnische Änderungen, sondern) auf die Entwicklung von Medikamenten mit demselben Effekt. Besonders Menschen mit chronischen Schmerzen könnten davon profitieren. Möglich wäre allerdings auch der umgekehrte Fall: der untersuchte Familie könnte wieder ein normales Schmerzempfinden ermöglicht werden. Diese habe jedoch dankend abgelehnt - allen bis dato unentdeckten Knochenbrüchen zum Trotz. - hhp

Erstellt von hhp | | Astronomie | Biologie | Evolution | Englisch

A Chemical “Missing Link” Could Explain The Origin Of Life On Earth - sciencetrends

Ist das große Rätsel der Entstehung des Lebens aus Unbelebtem gelöst? Zumindest scheint mit der Entdeckung des sog. Diamidophosphat (DAP) eine Komponente gefunden, welche die drei für Leben notwendige Welten der Nukleotide (genetische Information), Lipide (Zellwand) und Peptide (Stoffwechsel) in Beziehung bringt. Dies könne dann "leicht zur Entstehung erster, einfachster zellbasierter Organismen geführt haben". Ein Beweis für die Schlüsselrolle des DAP bei der Lebensentstehung sei dies noch nicht, das Vorkommen von DAP in den fraglichen (und umstrittenen) Zeiträumen der Biogenese müsse erst nachgewiesen werden. Man erwartet nun Klärungen von Geo- und Astrochemikern, dass DAP in der Frühzeit der Erde gewirkt haben könnte. - hhp