Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Anthropisches Prinzip | Astronomie | Deutsch | Kosmologie | Naturwissenschaft | Physik | Quantenphysik | Wissenschaftsgeschichte | Wissenschaftstheorie

Frontalangriff auf die wissenschaftliche Methode - spektrum.de

Der Kosmologe und Mathematiker George Ellis und der Astronom Joe Silk sehen in neuen spekulativen Theorien einen Frontalangriff auf die mit Poppers Falsifikationsprinzip verbundene (natur-) wissenschaftliche Methode. Die Gefahr, experimentelle Überprüfbarkeit durch Eleganz zu ersetzen, liege bei Multiversums-, Viele-Welten- oder Stringtheorie nur allzu nahe. Wenn Theorien so variabel sind, dass sie sich mit jedem empirischen Befund vereinbaren ließen, seien sie nicht falsifizierbar und willkürlich. Die Kritik der Autoren hat aber offenbar auch einen strategischen Hintergrund: Man müsse bedenken, dass diese "Überprüfbarkeitsdebatte" die Tür für Politiker, Fundamentalisten und Pseudowissenschaftler öffne. (Der Artikel ist die Übersetzung eines Nature-Artikels, über den bereits die FAZ unter dem Titel "Physik am Scheideweg" am 07.01.15 nicht unkritisch berichtete; s. u.). - hhp

Erstellt von fv | | Deutsch | Physik

Schattenspiele in der hellen Welt des Lichts

Wissen wir, was das Licht ist? Licht ist elektromagnetische Strahlung in einem bestimmten Spektralbereich. So kurz und bündig lautet die Definition des Lichts, das letztlich auf die ersten Überlegungen Newtons zurückgeht. Bekanntlich hat Goethe dieser Theorie eine andere entgegen gesetzt. Kürzlich ist dazu ein Buch erschienen, das die FAZ rezensiert hat. Der Autor, Olaf Müller, versucht in einer wissenschaftstheoretischen Sicht den Ansatz von Goethe in Teilen zu rehabilitieren. Ob das gelingt, darüber bleibt der Rezensent unentschieden. Philosophisch ist aber interessant: Wenn man der oben genannten Defintion folgt, so ist noch nicht alles über das Licht gesagt. Phänomenologische Untersuchungen können weitere Dimensionen aufstossen. Denn wir Menschen sind keine Roboter, die Wellenlängen messen, sondern leibliche Wesen mit bestimmten Weltzugängen. Dass uns das Licht maßgeblich die Welt erschließen hilft (so reden wir nicht zufällig von Aufklärung, vom Licht des Verstandes), ist nicht trivial. Auch in der Religion spielt das Licht eine große Rolle. Ostern feiern wir Christus als Licht der Welt. In diesem Sinne allen ein gesegnetes Osterfest! - fv

Erstellt von fv | | Bioethik | Deutsch

Kommt das bioethische Armageddon?

Der synthetisierte Mensch In einem aktuellen Grundsatzartikel berichtet Joachim Müller-Jung in der FAZ auf die erheblichen Fortschritte in der gezielten Behandlung von Zellen der menschlichen Keimbahn. Nun hat die FAZ immer schon eine eher sehr skeptische Haltung gegenüber den Biotechnologien zum Ausdruck gebracht, aber tatsächlich scheint es da neue Möglichkeiten zu geben, die selbst die Protagonisten der Forschung zum Nachdenken bringen. Neu ist, dass nun auch Länder beteiligt sind, die nicht zu den klassischen "westlichen" Forschungsnationen gehören. Wie aber wird man in China, in anderen Ländern mit den Möglichkeiten umgehen? Die Forderung nach einem Moratorium der Forschung wirkt da eher weltfremd. Dennoch wird sich die wissenschaftliche Zivilisation genau überlegen müssen, nach welchen Maßstäben sie das neue wissenschaftliche Wissen einsetzt. Sehr intensive bioethische Debatten kündigen sich an! - fv