Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von fv | | Deutsch | Kosmologie

Gravitationswellen vom Urknall

Gravitationswellen vom Urknall? Wir hatten in diesem Forum auf die Meldung von Entdeckungen des Teleskops Bicep2 am Südpol hingewiesen. Messungen gaben dort Hinweise auf Gravitationswellen, die aus Vorgängen kurz nach dem Urknall zeugen. Doch nun gibt es erhebliche Fragen zur Validität dieser Ergebnisse. Es steht die Frage im Raum, ob die beobachteten Wirbel nicht eher aus Störungen durch Staub in der Milchstrasse resultieren denn aus dem Anfang des Universums. Diese Diskussion zeigt vor allem, wie komplex die Verhältnisse sind, wenn man vom Urknall redet. In manchen Veröffentlichungen entsteht der Eindruck, man müsse nur genau hinsehen und schon zeigen sich die Folgen des Urknalls. Tatsächlich aber ist das, was wir mit "Urknall" betiteln ein ungeheuer komplexer Prozess, Messungen dem zuzuordnen geht nur mit einer erheblichen Interpretationsleistung. Das macht die Wissenschaft spannender, aber es zeigt auch, wie vorsichtig man mit plakativen Aussagen im öffentlichen Raum umgehen sollte! - fv

Erstellt von hhp | | Soziobiologie | Tierethik | Umweltverantwortung | Englisch

An Orang learns to fisch - The New Yorker

Der Artikel weist auf die außergewöhnlichen mentalen Leistungen von Orang-Utans hin: Vom Versuch, Feuer zu entfachen bis zum systematischen Fischfang entdeckten Forscher die Fähigkeit zum Werkzeuggebrauch, zum Problemlösen und zum kulturellen Lernen. Letzteres korrigiere das traditionelle Bild des Orangs als Einzelgänger. Zwar seien die Gemeinschaften weit verstreut, doch einander bestens bekannt. Zudem fungierten jugendliche Streuner als "Fackelträger der Orang-Utan-Kultur". Bedroht würden die Orangs durch Wilderer, noch mehr aber durch die mutwillige Zerstörung ihrer Lebensräume. Die Tatsache von Empfindungsfähigkeit und Ich-Bewusstseins, die Fähigkeit ihres Verstandes und kulturellen Lernens, ihre manuelle Geschicklichkeit und eine "Intelligenz, die unserer unbestreitbar ähnlich ist", mache den bisherigen Umgang mit ihnen zu einer noch größeren Abscheulichkeit. "Orang-Utan" heiße ursprünglich so viel wie "Waldmensch". Der Artikel appelliert: "Vielleicht ist es an der Zeit, wieder den Menschen im Affen zu erkennen". - hhp

Erstellt von al | | Astronomie | Kosmologie | Physik | Deutsch

"Eher pluff als plonk"

Hinter diesem blödsinnigen Titel verbirgt sich ein Artikel über eine der ehrgezeigsten Missionen der europäischen Raumfahrt: die Raumsonde Rosetta erforscht die Geheimnisse der Kometen. Vor einem Monat hat sie ihr Ziel, den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko erreicht. Schon jetzt hat sie mehr Daten über diese "schmutzigen Schneebälle" gesammelt, als alle Kometenmissionen vorher zusammen. Was der Artikel nicht verrät: die Mission kann vielleicht auch Auskunft über die Herkunft des irdischen Wassers geben und damit die Frage nach dem Ursprung des Lebens beantworten helfen. - al