Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Atheismus | Deutsch | Gottesbild | Theologie

Ein notwendiges Medikament - Der Philosoph Robert Spaemann erklärt, warum der Gottesglaube für ihn Bestand hat - Der Spiegel Nr. 24 vom 7.6.2014, 66f.

Das Interview mit dem Philosophen Robert Spaemann kann als kritische Anfrage an Dworkins Entwurf einer Religion ohne Gott gelesen werden, der im Zentrum des vorausgehenden Artikels stand. Zu Recht fragt Spaemann: "Wie kann man als Atheist die Absolutheit von Werten behaupten?" Die Argumente, die Dworkin gegen einen Relativismus ins Feld führt, sind für Spaemann "Argumente für Gott". Gegen den Relativismus rein subjektiver Perspektiven setzt Spaemann die Wahrheitsfähigkeit, die ohne Gott nicht zu haben sei: "Die Wahrheit des Ganzen braucht die Gottesperspektive". Wer von dem Artikel eine Antwort auf die (vom Interviewer dreimal gestellte) Frage erwartet, ob Gott mehr ist als eine Projektion, wird leider enttäuscht. Enttäuscht wird aber auch der Leser des vorgängigen Artikels, der die Antwort auf die Frage, wie Dworkin die Absolutheit der Werte ohne Gott begründet hat, ebenso schuldig bleibt. - hhp

Erstellt von hhp | | Atheismus | Gottesbild | Deutsch

Das unsterbliche Gerücht - Der Spiegel Nr. 24 vom 7.6.2014, 58-65

Mit dem Buchtitelt "Das unsterbliche Gerücht" von Robert Spaemann diskutiert die Titelstory des Spiegels "die Zukunft der Religion: Glaube ohne Gott" - so der Untertitel des Heftes. Inhaltlich orientiert sich der Artikel an Ronald Dworkin, der einen "Zwischenraum zwischen Religiosität und Atheismus" anziele. Die scheinbar gegensätzlichen Pole von Theismus und Atheismus würden verbunden durch den "Glauben an Werte". Diese wiederum "begründeten sich aus sich selbst heraus, seien umfassend und damit autonom". Ein solcher "säkularer Humanismus" könne auf Gott - Dworkin zufolge - verzichten, es blieben noch "der Sinn des Lebens und die Schönheit der Natur", die von beiden Polen geteilt werden könnten. Gott als Person zu denken, sei mythologischer Herkunft und deshalb heutzutage obsolet. Der evangelische Pfarrer Claussen lässt sich von dieser "Religion ohne Gott" inspirieren, setzt aber dennoch seine "Religion mit Gott" dagegen, indem er ein komplexes, bewusst paradox formuliertes christliches Gottesbild hochhält: Dieses passe durchaus "in seiner Offenheit ... in eine moderne, komplexe Welt". - hhp

Erstellt von hhp | | Atheismus | Dawkins | Englisch

Now we know why Dawkins refused to sign that letter from atheists condemning Cameron’s ‘we are a Christian country’: could he be on the way to belief? - CatholicHerald

Warum nur hat Richard Dawkins einen Aufruf von 50 führenden Atheisten nicht unterschrieben? Der Autor des Artikels, William Oddie, mutmaßt, dass Dawkins, der sich jüngst als "säkularer Christ" geoutet hat, "vielleicht unbewusst nach verlorenen christlichen Gewissheiten sucht" und der Entdeckung des Übernatürlichen näher ist, als er selbst es realisiere. Die Biografie Dawkins' erinnert Oddie an seine eigene, die ihn auch durch die Lektüre Darwins zunächst zum Atheismus brachte. Nun müsste Dawkins aber "ernsthaft die Unsicherheiten seines großen Helden, Charles Darwin, bedenken". Als dieser "On the Origin of Species" schrieb, sei er Theist und von Gott als erster Ursache überzeugt gewesen. Und später habe er erklärt, er sei "nie Atheist im Sinne der Gottesleugnung" gewesen: "Agnostiker wäre die korrekte Beschreibung meiner Geistesverfassung" - so Darwin. Inzwischen sieht Oddie gemeinsam mit dem christlichen Mainstream keinen Widerspruch zwischen Evolution und Gottesglauben und Dawkins nur einen winzigen Sprung von dieser Einsicht entfernt. - hhp