Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von pts | | Deutsch | Neuer Atheismus | Theologie | Religionspsychologie | Atheismus

Zwei wie Pech und Schwefel - The European

Das Auftreten eines neuen, kämpferischen Atheismus in jüngster Zeit interpretiert Detlef Pollak, Professor für Religionssoziologie, als Reaktion auf die in den Medien viel beschworenen Rückkehr der Religion. Zugleich stellt er jedoch fest, dass beide Phänomene – der neue Atheismus und die Rückkehr der Religion – empirisch gesehen in der Gesellschaft keine breite Verankerung haben. Deshalb brauche man eine Erlösung weder vom einen noch vom anderen der beiden Phänomene. Vielmehr sei man – besonders in Deutschland – aufgrund der Erfahrungen mit totalitären Ideologien skeptisch gegenüber jeder Form von fanatischer, welterlösender und welterklärender Heilslehre. Die Werte der Toleranz und der Akzeptanz fremder Lebensformen und Glaubensvorstellungen fänden immer größere Zustimmung. Im Hinblick auf die neuen Formen des Atheismus schließt Pollak deshalb, ein Atheismus, der Anerkennung erlangen wolle, müsste zunächst Respekt vor den kulturellen Leistungen der Religionen aufbringen - pts

Erstellt von pts | | Atheismus | Wissenschaftstheorie | Theologie | Deutsch

Mit Gott geht der Sinn - The European

Der Atheismus stelle, so Wolfgang Huber, eine Glaubenslehre jenseits von wissenschaftlicher Objektivität dar. Orientiert an einem wissenschaftsgläubigen Fortschrittskonzept gehe der Atheismus davon aus, dass die Wissenschaft die Grundfragen der menschlichen Existenz ohne Rest beantworten werde. Die Erklärung des Lebens sei aber nicht mit dessen Sinn gleichzusetzen und lasse deshalb viele Fragen offen. Zwar gebe es auf solche Fragen durchaus auch säkulare Antworten. Glaube stelle deshalb ebenso wie eine atheistische Grundhaltung eine Option innerhalb der Pluralität von Weltanschauungen dar. Aber gerade angesichts der neuen Möglichkeiten der Lebenswissenschaften sei es zur Wahrung der Menschenwürde unverzichtbar, diese nicht „als Resultat menschlicher Selbstbestimmung“ zu verstehen, sondern als aus der Beziehung des Menschen zu Gott als seinem Schöpfer und der Beziehung zu seinen Mitmenschen resultierend. Deshalb, so Huber, würden Christen an ihrer Hoffnung festhalten - pts

Erstellt von hhp | | Wissenschaftstheorie | Atheismus | Wissenschaftsgeschichte | Englisch

Science and religion can't be reconciled - Why I won't take money from Templeton - Slate

Der bekennende Atheist, Physiker und Buchautor Sean M. Carroll begründet seine Anti-Templeton-Haltung. Die John Templeton Foundation (JTF) sei zwar nicht wirklich bösartig, wie es das Discovery Institut sei; sie verbreite keine Lügen, um Wissenschaftsfeindlichkeit zu fördern, und Manipulationen seien ihr nicht nachzuweisen. Auf ihre Weise sei sie sogar Wissenschaftsfreundlich. Der entscheidende Haken bestehe jedoch darin, dass sie die Auffassung verbreite, Naturwissenschaft und Religion seien miteinander vereinbar. Wissenschaftler, die sich von JTF fördern ließen, stellten damit ihr Ansehen in den Dienst dieser falschen Idee und erwiesen der Welt dadurch einen Bärendienst. Schließlich sei der - von der Mehrheit geteilte - Übergang vom Theismus zum Atheismus der wichtigste ontologische Fortschritt der letzten 500 Jahre. Als Missionar des Atheismus bescheinigt der Autor mit seiner Frontstellung gegen die JTF allerdings gerade deren Erfolg in der Verbreitung der Vereinbarkeitsthese - hhp