Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Higgs Teilchen

Das Gottesteilchen: EP-Anhörung zum Ursprung unseres Universums | EU-Infothek.com

So spannend der Teaser den Artikels ankündigt - geht es doch den Physikern Higgs und Englert im Europaparlament scheinbar um "die letzten Geheimnisse unseres Universums" -, so ernüchtert stellt man im Verlauf des Beitrags fest, dass es eigentlich nur um internationalen Wettbewerb und Forschungsgelder geht, deren Reduzierung Peter Higgs mal mit "wissenschaftlicher Zurückhaltung", mal mit "britischer Zurückhaltung" für unklug hält. Vielleicht war man ja mit dem Hinweis auf Geld gar nicht so weit von den "letzten Geheimnissen unseres Universums" entfernt. Auch die Infografik verspricht mehr als sie hält. Die Frage "Was zum Teufel ist das Gottesteilchen?" wird lediglich damit beantwortet, dass es "das kleinste Elementarteilchen" ist. Anscheinend ist es so klein, dass es in der erklärenden Grafik "Partikel von A bis Z" gar nicht erst aufgeführt wird - hhp

Erstellt von hhp | | Higgs Teilchen | Wissenschaftsgeschichte | Physik | Deutsch

Alter Langweiler - NewScientist

Der tiefe Fall des Gottesteilchens, das jetzt als "alter Langweiler" abgestempelt wird. Grund für diesen sozialen Abstieg ist die dieser Tage erfolgte Bekräftigung, dass sich das Higgs-Boson tatsächlich ("bis auf eine Ausnahme") so verhält, wie es das Standardmodell voraussagt. Vielen wäre eine "neue Physik" offenbar lieber gewesen - hhp

Erstellt von hhp | | Evolution | Anthropologie | Deutsch

Als wir uns trennten - NewScientist

Die Frage, wann sich im evolutiven Stammbaum Mensch und Schimpanse voneinander getrennt haben, gehört zu den spannendsten Kontroversen der Evolutionsbiologie. Die Stammbäume der Paläontologen wollten bislang nicht so recht zu denen der Genetiker passen. Eine neue "bahnbrechende Studie" könnte hier für Entspannung sorgen, weil sie die genetische Uhr neu geeicht hat. Der Studie zufolge ist die Mutationsrate halb so groß wie bisher angenommen. Dies ergäbe - einmal mehr - ein radikales Umschreiben bisheriger Stammbäume. So rückt die Trennung von Affe und Mensch weiter in die Vergangenheit, aber auch unsere näheren Verwandten wie der Neandertaler und Homo heidelbergensis. Allerdings lassen diese sich mit der neuen genetischen Uhr konsistenter ins Stammbaumgeäst einfügen. Der Sonderstellung des Menschen scheint die größere Distanz zu den Vormenschen zu schmeicheln, und der Artikel schließt: "Jetzt sind wir noch ein wenig eigener" - hhp