Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Dawkins | Atheismus | Deutsch | Wissenschaftsgeschichte

Wider den Materialismus. Plädoyer für die Versöhnung von Wissenschaft und Spiritualität - Publik-Forum

Der (kostenpflichtige oder über einen 4-wöchigen Testaccount zugängliche) Artikel bespricht das in diesem Monat erschienene Buch von Rupert Sheldrake "Der Wissenschaftswahn - Warum der Materialismus ausgedient hat". Das Buch wendet sich - wie der Titel bereits nahelegt - gegen "ignorante, ideologisch verbohrte, dogmatische Materialisten" wie Richard Dawkins ("Der Gotteswahn") und "widerlegt ... die zehn Dogmen der materialistischen Wissenschaft". Die Reduktion auf materialistische Kausalketten verenge den Blick und schneide von religiösen Traditionen ab. Bekannt geworden ist Sheldrake durch die "morphogenetischen Felder", welche die "sterile Kausallogik" übersteigen. Der Autor des Artikels weiß, dass Sheldrakes Thesen "oft spekulativ" sind, seine morphogenetischen Felder seien aber mittlerweile "auch anderen Wissenschaftlern ein hilfreiches Erklärungsmodell". An dieser Stelle würde ich ein großes Fragezeichen setzen - m. W. sind Sheldrakes Felder weitgehend ignoriert worden - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Synthetische Biologie | Bioethik

Synthetische Biologie - Am Reißbrett des Lebens - Wissen - sueddeutsche.de

Jörg Hacker, Biologe und Präsident der Leopoldina, berichtet differenziert über die Reichweite der Synthetischen Biologie. Ausdrücklich nimmt er auch die Grenzen der Biologie in den Blick; bereits bei der Definition von Leben: Wann es an der Grenzen zum Unbelebten beginnt (z. B. Viren), mag noch eine innerwissenschaftliche Frage sein, die juristisch verbindliche Festlegung des Beginns menschlichen Lebens "ist keine naturwissenschaftlich beantwortbare Frage". Angesichts der biblisch-klassischen Frage "Was ist der Mensch" ist für den Autor klar, "das der Begriff 'Lebenswissenschaften' weitaus mehr als Biologie und Medizin umfassen muss". Dann kommen auch "Verantwortung", "Selbstreflexion" und "Fähigkeit zur Kommunikation" zum Lebensverständnis hinzu. Neben den Gefahren des Bioterrorismus (s. neuartige Grippeviren) sieht der Autor ethische Grenzen überschritten, wenn künstliche Lebensbausteine irreversibel in die Keimbahn gelangen oder wenn Homunculus-Phantasien geschürt werden - hhp

Erstellt von hhp | | Atheismus | Richard Dawkins Award | Dawkins | Englisch

Interview with Eugenie Scott during The MSF/DWB Charity Event 2012 - youtube

In diesem Interview entfaltet die Preisträgerin des diesjährigen Richard-Dawkins-Awards, Eugenie Scott, ausführlich ihre Stellung zur Religion, die sie so deutlich von Dawkins unterscheidet. Auch wenn sie selbst sich von Religion nicht angesprochen fühle, so erkenne sie doch an, dass die meisten anderen Menschen sich davon angesprochen fühlten. Unbestreitbar sei Religion ein extrem wichtiger und universeller Kulturfaktor mit Selektionsvorteilen, was nicht einfach abgetan werden könne. Sie habe sich durch ihre Arbeit am NCSE mehr mit Religion beschäftigt als so mancher andere Wissenschaftler, habe großen Respekt vor vielen religiösen Praktikern, die sie als sehr gebildete Menschen kennengelernt habe. Anders als für Richard Dawkins sei es auch nicht ihr Ziel, die Anzahl der Nichtgläubigen zu erhöhen. Dass dies nur ein Ausschnitt und Teilaspekt des Interviews war, sollte freilich nicht unerwähnt bleiben - ein Teilaspekt allerdings, der in unserem Zusammenhang von Wichtigkeit ist. - hhp