Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Bioethik | PID

PID: Sollen die Embryonen zum Massenscreening? FAZ.NET

Um mittelfristige Wirkungen der Präimplantationsdiagnostik (PID) abschätzen zu können, blickt der Artikel auf Erfahrungen in den USA, wo PID schon länger angewandt wird. Dort bereite man sich inzwischen auf eine "kollektive Testung" vor. Am Beispiel der Erbkrankheit Mukoviszidose hatte Mitte des Jahres der Direktor eines der weltweit erfahrensten Reproduktionsinstituts in Chicago vorgerechnet, dass sich der flächendeckende Einsatz der PID "schon in wenigen Jahren finanziell lohnen würde". Das kosteneffiziente Szenario setze allerdings voraus, dass man belasteten Paaren keine Entscheidungsfreiheit mehr zugestehe. Den sozialen Folgen stellt der Beitrag noch medizinische Folgen zur Seite. So gäbe es Anlass, neurologische Risiken für nach PID Geborene zu erforschen. Insgesamt plädiert die Autorin für eine intensive Folgenabschätzung, bevor PID Verbreitung finde - hhp

Erstellt von al | | PID | Bioethik | Deutsch

Bischof Friedrich: "Leben ist ein Geschenk" - evangelisch.de

Nach dem Plädoyer für PID durch Peter Hintze stellt Landesbischof Johannes Friedrich auf evangelisch.de die andere Sicht dagegen. Leben ist ein Geschenk, argumentiert Friedrich. Die PID könnte der künstlichen Selektion Bahn brechen. Menschen dürften sich niemals anmaßen, zwischen "lebenswert" und "lebensunwert" zu unterscheiden und menschlichem Leben das Lebensrecht abzusprechen. Dahinter steht, auch wenn es nicht expliziert wird, die Annahme, dass das beginnende Leben bereits vollwertiges Leben ist. Es wäre sinnvoll, diesen fundamentalen Streitpunkt auch zu benennen. - al

Erstellt von al | | Bioethik | PID | Deutsch

Schwere Schäden - SPIEGEL Nr. 43

"Fast überall in Europa werden Erbguttests an Embryonen vorgenommen - gerade in katholischen Ländern. Nur Deutschland tut sich mit der PID-Methode schwer", heißt es in der Einführung des kurzen Spiegel-Artikels, womit seine Richtung klar ist. Immer wieder reisten Paare aus Brandenburg, Berlin oder Sachsen zur Präimplantationsdiagnostik nach Polen - während Polinnen umgekehrt nach Deutschland reisten, um hier einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen. Europa paradox, und natürlich ist, wenn man dem Artikel glauben darf, die katholische Kirche daran schuld. Als positives Gegenbeispiel wird CDU-Mann Peter Hintze angeführt. "Bei einem Embryo in der Petrischale mag er noch nicht von einem Menschen sprechen. Er redet von Zellen." Wer eine sachliche Auseinandersetzung in diesen Wertfragen sucht, wird bei diesem Artikel leider nicht fündig. - al