Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Hirnforschung | Neuro-Enhancement

KI: Das Kunsthirn mit dem sechsten Sinn - Stuttgarter-Zeitung.de

Mit dem Ziel der "künstlichen Intuition" versucht innerhalb des Human-Brain-Projects eine Kooperation der Unis Heidelberg und Manchester, Eigenschaften des menschlichen Gehirns auf neue Art nachzubilden. Anders als bisherige neuronale Netzwerke auf herkömmlicher Hardware orientierten sich sog. neuromorphe Computer insofern am Vorbild Gehirn, als dieses die Trennung von Speicher und Prozessor nicht kenne und deshalb gewaltige Mengen an Information ohne viel Datenverkehr verarbeiten könne. So benötige der bereits realisierte Neurocomputer "100.000-mal weniger Energie als ein herkömmlicher Rechner" und er lerne "10.000-mal schneller als ein Gehirn". Von derartigen Zahlen unbeeindruckt setzten Skeptiker jedoch nach wie vor auf die Verbesserung herkömmlicher Computer. - hhp

Erstellt von fv | | Deutsch | Bioethik

Forscher lassen menschliche Embryonen im Labor wachsen

Gibt es künstliches menschliches Leben? Die Fähigkeit, in den Menschwerdungsprozess einzugreifen, haben zwei Forschergruppen offenkundig durch in vitro Kultivierung von Embryonen deutlich erhöht, wie der gepostete Artikel zum Ausdruck bringt. Nun ist es sicherlich ein großer Fortschritt in dem Wissen um biologischen Vorgänge, dass die entscheidenden Steuersignale zur Entwicklung des menschlichen Embryos nicht vom Organismus der Mutter stammen, sondern autark von den sich teilenden Zellen selbst herkommen. Jedoch lässt dies wieder eine Vielzahl weiterer Eingriffoptionen zu. Wiederum wird die Frage im Raum stehen, was sollte erlaubt, was sollte untersagt werden? Die Versuche selbst sind nach Deutschem Recht, dem Embryonenschutzgesetz, nicht möglich, ein 14 Tage alter Embryo darf nicht zu Forschungszwecken verwendet werden. Viele Fragen und Entscheidungsnotwendigkeiten werden auf dem Weg der weiteren Forschung noch warten! - fv

Erstellt von fv | | Hirnforschung | Deutsch

Dem Kuss auf der Spur

Sind wir je ganz bei uns selbst? Es gibt wenige unerschütterliche Gewissheiten von uns modernen Menschen, aber eine dieser Gewissheiten ist die, dass alle Menschen als Individuen durch das Leben gehen. Die wichtigsten Dinge muss man mit sich selbst ausmachen, jeder Jeck ist anders, was man tief in sich selbst erfährt, ist unvergleichlich, das geht keinem etwas an, jeder ist einzigartig usw. Die biologische, aber auch die neurowissenschaftliche Forschung haben diese Tendenz bislang bestätigt: Hat nicht jeder Mensch eine einzigartige DNA? Ist nicht jedes Gehirn in seinem komplexen Aufbau unvergleichbar mit anderen Gehirnen? Doch je genauer man forscht, desto mehr Zweifel melden sich. So ist nun eine Diskussion darüber entstanden, ob Gehirne tatsächlich vollkommen eigenständig agieren, ob sie nicht koppelbar sind, oder besser: ob ihr Normalzustand sich nicht immer schon in einer mehr oder minder stark ausgeprägten Koppelung mit anderen Gehirnen befindet... Dieses Video hier zeigt dies am Beispiel des Kusses. Das ist zugegebenermaßen ein Extremfall von Zweisamkeit. Es mag aber die Hypothese erlaubt sein, dass vielleicht bei all unseren menschlichen Tätigkeiten unser Gehirn in einem mehr oder minder ausgeprägten "Koppelmodus" mit anderen Gehirnen befindet, ein interessanter neuer Blick auf den Menschen! - fv