Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Bioethik | PID

Qualitätskontrolle vs. Menschenwürde - Zweckentfremdet - The European

Unter dem Stichwort "Zweckentfremdet" wendet sich der Moraltheologe und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Eberhard Schockenhoff, gegen das BGH-Urteil und die PID. Die gesetzliche Festlegung, dass ein Embryo nur zum Zwecke der Schwangerschaft künstlich erzeugt werden darf, sei mit diesem Urteil ad absurdum geführt. Schließlich würden Embryos bei auffälligem Befund verworfen und damit nicht zum Zwecke ihrer Erhaltung erzeugt. Das verstoße gegen Menschenwürde, Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit; vor allem aber sieht Schockenhoff darin eine "unerträgliche Diskriminierung von behinderten Menschen". Formal beklagt Schockenhoff die Wortverdreherei, die den Gesetzessinn ins Gegenteil verkehre. Keine Exegese, sondern eine "erkennbar ergebnisbezogene Auslegung" - hhp

Erstellt von al | | Bioethik | Sterbehilfe | Deutsch

Wer helfen will, kann das tun - Spiegel Nr. 29/2010

In einem Gespräch mit dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, geht es um deren Umfrage, nach der sich 37 Prozent aller Mediziner vorstellen können, Patienten beim Suizid zu assistieren. Für jeden vierten Arzt käme sogar aktive Sterbehilfe in Frage. Man darf dabei nicht vergessen, dass diese nach wie vor strafrechtlich verboten ist. Über den Satz "Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung widerspricht dem ärztlichen Ethos" wird in der Ärzteeschaft derzeit jedoch intensiv diskutiert. Angesichts dessen, dass sich auch innerhalb der evangelischen Kirche Stimmen für eine Akzeptanz gegenüber der Suizidbeihilfe regen, ist dies zu begrüßen. Berechtigt ist allerdings auch Hoppes Ablehnung der aktiven Sterbehilfe und seine Furcht vor einer Diskussion über lebensunwertes Leben. - al

Erstellt von hhp | | Bioethik | Deutsch | PID

Peter Liese: Bundestag muss PID klar verbieten - Gesundheit adhoc - Nachrichten

MdEP Dr. med. Peter Liese, gesundheitspolitischer Sprecher und Vorsitzender der AG Bioethik der EVP/Christdemokraten im Europäischen Parlament, fordert, "dass der Deutsche Bundestag so schnell wie möglich ein Verbot der PID erlässt". Beim BGH-Urteil (siehe Pressemitteilung) erschrecke ihn die Analogie zwischen Samenzell- und Embryonenauswahl, die den Unterschied zwischen Zellen vor und nach der Befruchtung verkenne. Zudem spreche der Vergleich mit dem europäischen Ausland gegen PID: Zum einen führten Schwangerschaften nach PID dort häufiger zu Abtreibungen als beim Bevölkerungsdurchschnitt, zum anderen erweise sich dort eine Begrenzung auf schwerwiegende Erkrankungen als unrealistisch. Überall dort, wo PID zugelassen sei, werden auch spätmanifeste Krankheiten diagnostiziert. Liese widerspricht damit dem Zeit-Artikel von Martin Spiewak ("Retorten-Embryonen" vom 8.7.), für den die bisherige Entwicklung im Ausland der Selektion und Diskriminierung Behinderter keinen Vorschub leiste - hhp