Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von fv | | Deutsch | Künstliche Intelligenz

Software Sieg im Brettspiel: Es geht um weit mehr als Go

Was ist, wenn der Mensch den Computer nicht mehr versteht - und doch braucht? In diesem Artikel nimmt der Autor Bezug auf den Sieg eines Computer-Netzwerks über den weltbesten Go-Spieler. Viele Medien haben darüber berichtet. Die Kombinatorik beim Go Spiel ist weit größer als beim Schachspiel, deshalb war dieser Schritt nicht so schnell erwartet worden. Der Autor Christian Stöcker stellt aber einen weiteren hintergründigen Aspekt heraus, der mir viel wichtiger scheint als das Faktum, dass die Maschine besser war als der Mensch. Das Computer-Netzwerk konnte nur deshalb gewinnen, weil es sich um lernende Systeme handelt, die die internen Strukturen ständig verändern. Dann hat man diese Konfiguration über lange Zeit laufen lassen, Spiele gegen Menschen aber auch gegen sich selbst. Dadurch kam es zu internen Veränderungen, die kein Mensch kennt. Nun ist im Ergebnis diese Struktur erkennbar besser als die menschliche Kombinatorik. Wen der Computer ungewöhnliche Züge macht, wissen wir nicht mehr, warum. Nun ist das Go Spiel nicht so wichtig. Wie aber gehen wir mit Computern um, deren Abläufe wir nicht mehr verstehen, wenn wir von ihnen abhängig sind? Können wir solchen Systemen für uns wichtige Entscheidungen anvertrauen? Wer übernimmt dann die Verantwortung für entstehende Fehler? Kann man argumentieren, dass, wenn die Maschine nicht so gehandelt hätte, es noch viel schlechter ausgegangen wäre? Fragen über Fragen.... - fv

Erstellt von hhp | | Hirnforschung | Anthropologie | Psychologie | Transhumanismus | Wissenschaftsgeschichte | Deutsch

Unser Hirn ist mehr als ein organischer Computer - Deutschlandradio Kultur

Vera Linß bespricht das neu erschienene Buch von David Gelernter. Als Informatiker ist Gelernter in den 1990er Jahren an dem Versuch gescheitert, Aspekte des menschlichen Geistes mit dem Computer zu simulieren. Nun legt er einen Gegenentwurf vor, der zur Erklärung der "Gezeiten des Geistes" (so der Titel des Buches) weniger auf Informatik als auf Dramatiker und Poeten setzt. Der Rezensentin scheint dieser Ansatz plausibel, da sie sich in ihrer "Komplexität und Irrationalität" darin wiederfinde. Wie für den Autor, so ist auch für sie die Idee eines künstlichen Geistes "die (intellektuell) zerstörerischste Analogie der letzten hundert Jahre". Übrigens: Zur Vertiefung enthält der Artikel einen Link zu einem Audio-Interview mit Gelernter. - hhp

Erstellt von al | | Bioethik | Biologie | Deutsch | Evolution | Synthetische Biologie

"Das Leben bahn sicht seinen Weg"

Kann es künstliches Leben geben? Dürfen Menschen so tief in die Schöpfung eingreifen? Darüber diskutieren eine Physikern, die mit Hilfe der synthetischen Biologie nach dem Ursprung des Lebens sucht, und ein Biologe, der die Eigenwilligkeit aller Lebewesen verteidigt, und damit die Existenz von Intentionalität annimmt, während Kant diesselbe doch für eine menschliche Beschreibungskategorie gehalten hat. Beide Diskussionspartner sind auch Philosophen. Was gilt? Handle so, dass sich die Möglichkeiten vermehren und leben sei? Oder handle so, dass ein gutes Leben sei? Das Gespräch ist also sehr interessant, leider aber nur ein Teaser, ein Ausschnitt aus einem Buch. - al