Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Anthropologie | Evolution | Ayala | Deutsch

Ursprung des Guten: Die Moral als Nebenprodukt der Evolution - SPIEGEL ONLINE

Wertevorstellungen von Menschen ähneln sich - können sich aber auch unterscheiden. Die Frage ist: Woher kommt die Moral? Francisco Ayala erklärt die Moral zu einem eher zufälligen Nebenprodukt der Evolution. Mit seiner These widerspricht der Evolutionsbiologe aus Irvine vielen Kollegen, die die Entstehung der Moral direkt mit der Evolution erklären. Der informative Artikel verweist auf weitere thematisch benachbarte Artikel und bietet einen guten Einstieg ins Thema. - al

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolutionsmedizin | Evolution

Amphibien-Erbgut: Sind wir nicht alle ein bisschen Frosch? | Wissen | ZEIT ONLINE

Genetiker haben das Erbgut des tropischen Krallenfroschs analysiert. Die Ähnlichkeit zum menschlichen Genom ist frappierend – eine Chance für die Wissenschaft. - Erstaunt hat die Wissenschaftler offenbar nicht nur die Größe des Genoms, sondern auch die ähnliche Anordnung der Gene. So dürfte der Frosch nicht nur Erkenntnisse über Erbkrankheiten eröffnen, sondern auch Lücken im evolutionären Stammbaum schließen helfen - hhp

Erstellt von hhp | | Naturwissenschaft | Deutsch | Theologie | Gottesbild

Gott würfelt nicht - wissenrockt.de

"Sind Physiker etwa gläubiger als Biologen?" Ein interessanter Artikel des humanistischen Magazins beleuchtet u.a. die vermeintlich größere Affinität der Physiker zur Religion. Der Autor, Frank Berghaus, wehrt sich dabei zunächst gegen eine religiöse Vereinnahmung von Wissenschaftlern. Eine Gemeinsamkeit zwischen Quantenphysik und Theologie sieht der Autor aber darin, "dass beide ein Realismusproblem haben". Zustimmung: Beide bilden Alltagswirklichkeit nicht einfach 1:1 ab, sondern sind Konstruktionen. Wenn man deshalb affirmative Bezeichnungen Gottes univok wörtlich nimmt (so würde ich formulieren) entstehen falsche Vorstellungen, die dann Konfliktstoff in sich bergen. Zu Recht erwähnt der Autor deshalb A. Benks Gegenprogramm der negativen Theologie (das der offiziellen Kirche übrigens so fremd nicht ist: Analoge statt univoke Rede ist Konsens). Aber: neg. Theologie ist kein Redeverbot, und die bekannten affirmativen Begriffe ("Schöpfer", "Vater") sind durchaus nicht willkürlich - hhp