Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Deutsch | Anthropologie | Biologie

Unsere Wunderdroge

Mit dem körpereigenem Hormon Oxytocin wollen Forscher sogar Krankheiten heilen. Dessen Künstlername lautet: "Kuschelhormon". Es macht Schlagzeilen, denn es heißt, es sorge für Vertrauen, wärmere Beziehungen – sogar für besseren Sex. Es tritt also in Aktion, wenn zwei Menschen einander näher kommen, als es unser individueller Sicherheitsabstand vorsieht. Das führt zu fürsorglichem Verhalten gegenüber der eigenen Brut und zu aggressivem Verhalten gegenüber potenziellen Angreifern. Oxytocin ist also ein Kuschelhormon – aber auch ein Kampfstoff. Der Artikel bietet anhand mehrere Verwendungsorte des Stoffes einen gründlichen Überblick über die gegenwärtige Oxytocinforschung. - al

Erstellt von fv | | Neuro-Enhancement | Deutsch

Vision und Unbehagen - Zur Technik der Zukunft

Der Mensch als Organ der Technik? Der Kolumnist Gero von Randow hat in einer der letzten Ausgaben der ZEIT einen Artikel geschrieben, in dem er zu mehr Mut und Optimismus im Umgang mit den neuen Möglichkeiten der Technik aufruft. Doch ist sein Aufruf eigentümlich ambivalent. Von Randow sieht drei Stufen einer Immersion, einer Einlassung des Menschen in die künstliche Dingwelt der Technik. In der ersten umgeben wir uns schlicht mit technischen Dingen und nutzen sie. In der zweiten Stufe kommen die digitalen Medien hinzu, die den Menschen in ein dichtes Netz von Verweisen, einerlei ob reale oder virtuelle einbindet. In einer dritten Stufe entsteht so etwas wie ein künstlicher Organismus aller Dinge mit einer eigenen Intelligenz. Der Mensch erscheint darin nur noch als so etwVon Randow mag das positiv gemeint haben, mir kommt diese Perspektive aber eher wie eine Dytopie als eine Utopie vor?! Richtig ist, dass wir Menschen heute nur noch in soziotechnischen Systemen existieren. Aber daraus so weitreichende Schlussfolgerungen zu ziehen, wirkt wenig schlüssig. - fv

Erstellt von fv | | Deutsch | Künstliche Intelligenz

Software Sieg im Brettspiel: Es geht um weit mehr als Go

Was ist, wenn der Mensch den Computer nicht mehr versteht - und doch braucht? In diesem Artikel nimmt der Autor Bezug auf den Sieg eines Computer-Netzwerks über den weltbesten Go-Spieler. Viele Medien haben darüber berichtet. Die Kombinatorik beim Go Spiel ist weit größer als beim Schachspiel, deshalb war dieser Schritt nicht so schnell erwartet worden. Der Autor Christian Stöcker stellt aber einen weiteren hintergründigen Aspekt heraus, der mir viel wichtiger scheint als das Faktum, dass die Maschine besser war als der Mensch. Das Computer-Netzwerk konnte nur deshalb gewinnen, weil es sich um lernende Systeme handelt, die die internen Strukturen ständig verändern. Dann hat man diese Konfiguration über lange Zeit laufen lassen, Spiele gegen Menschen aber auch gegen sich selbst. Dadurch kam es zu internen Veränderungen, die kein Mensch kennt. Nun ist im Ergebnis diese Struktur erkennbar besser als die menschliche Kombinatorik. Wen der Computer ungewöhnliche Züge macht, wissen wir nicht mehr, warum. Nun ist das Go Spiel nicht so wichtig. Wie aber gehen wir mit Computern um, deren Abläufe wir nicht mehr verstehen, wenn wir von ihnen abhängig sind? Können wir solchen Systemen für uns wichtige Entscheidungen anvertrauen? Wer übernimmt dann die Verantwortung für entstehende Fehler? Kann man argumentieren, dass, wenn die Maschine nicht so gehandelt hätte, es noch viel schlechter ausgegangen wäre? Fragen über Fragen.... - fv