Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Linkproblem | Deutsch | Evolution | Darwin | Neuer Atheismus | Kreationismus | Intelligent Design

Biologie macht erst seit Darwin Sinn - Echo Online

Mathias Orgeldinger berichtet von zwei Darwin-Ausstellungen und konzentriert sich auf deren Auseinandersetzung mit dem Kreationismus. Dabei unterlaufen dem Autor schwer wiegende Fehler. So sei "der Kreationismus eine Weltanschauung, nach der das Universum und das Leben ... von einem übernatürlichen Wesen erschaffen wurde" - dann wäre auch das Christentum kreationistisch - Gott bewahre! Die katholische Kirche vertrete eine "theistische Evolution" mit einem "Schöpfergott, der zuweilen steuernd eingreift" - falsch! Von einem solchen Lückenbüßergott hat sich die Kirche längst verabschiedet. Zufall und Ziel seien für Theologen "Gegensätze" - falsch! Die Internationale Theologenkommission stellte 2004 klar, dass "wahre Kontingenz in der geschöpflichen Ordnung nicht unvereinbar ist mit der zielgerichteten göttlichen Vorsehung". Wie sonst bei den Neo-Atheisten üblich wird hier Christentum mit Kreationismus undifferenziert gleichgesetzt, um es damit umso leichter über Bord werfen zu können - hhp

Erstellt von hhp | | Soziobiologie | Ardipithecus | Deutsch | Evolution | Anthropologie

Paläontologie: Der Mensch erschien im Pliozän - Mensch & Gene - Wissen - FAZ.NET

Der FAZ-Artikel fasst die Science-Veröffentlichung zum Hominidenfund des Ardipithecus zusammen, v.a. die Revisionen gängiger Vorstellungen über die menschliche Evolution: der aufrechte Gang (cancelt die Savannenhypothese), der Gebissbefund (lässt Ardi friedlicher erscheinen als gedacht), die Partnerwerbung (lässt Machos alt aussehen). Der Autor äußert aber auch Skepsis gegenüber Lovejoys soziobiologischer Rückbindung einer monogamen Lebensweise an "Ardi". Der Bericht wird ergänzt durch ein Interview mit dem deutschen Hominidenforscher Friedemann Schrenk, der die Bedeutung des Fundes nur bestätigen kann. Schrenk begrüßt dabei v.a. die Neudefinition von "Hominiden", die vor drei Jahren erst auf den Schimpansen ausgedehnt wurden. Die Unähnlichkeit unseres neuen Urahns mit dem Schimpansen engt die "Hominiden" aber wieder auf den Menschen und seine engeren Vorfahren ein. Schrenk glaubt, "dass man mit Schlüssen vom Schimpansen auf den Menschen jetzt vorsichtiger sein sollte" - hhp

Erstellt von hhp | | Ardipithecus | Deutsch | Anthropologie | Evolution

Sensationsfund "Ardi" war nicht Affe, nicht Mensch - Welt online

Auch die Welt berichtet vom "Sensationsfund" - allerdings mit einigen nicht unerheblichen Fehlern: Richtig ist die Aussage, Ardipithecus ramidus sei "unbestritten der Vorläufer des Menschen". Die Fortführung, "zugleich aber auch der des Schimpansen, Orang-Utans, Gorillas", ist jedoch falsch. Wegen der zeitlichen Nähe lässt "Ardi" zwar Rückschlüsse auf den letzten gemeinsamen Vorfahren von Affe und Mensch zu, Ardi selbst ist aber nicht dieser gemeinsame Vorfahr. Auch kann nicht die Rede davon sein, dass Ardi sich "geschickt auf zwei Beinen am Boden bewegte". Im Science Sonderheft (s. u.) heißt es, dass Ardis "Bipedie primitiver war als die des Australopithecus" (Tim White et all, S. 64). Nicht Ardi, sondern "Lucys Art, Au. afarensis, war ein geschickter Zweibeiner" (Ann Gibbons, S. 39) - hhp