Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Kreationismus | Evolutionismus

Kulturkampf der Geschöpfe - Charles Darwin und die Evolution - sueddeutsche.de

Der evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf wehrt sich gegen eine oberflächliche Deutung des Kreationismus und seine arrogante Abwehr. Man könne die Auseinandersetzung nur richtig verstehen, wenn man die politische Dimension des Kreationismus beachte. Es geht nicht nur um Fragen nach Rationalität und Glauben, sondern um "kulturelle Deutungsmacht": Wenn Schöpfungsglaube gestärkt und Evolution entlarvt sei - so der politische Kreationist - fehle das Fundament antichristlicher Weltanschauungen (Kommunismus, säkularer Humanismus, Libertinismus inkl. Homosexualität). Statt dies arrogant abzuwehren, fordert Graf eine religionsanalytische Erklärung der wachsenden Erfolge des Kreationismus. Ansatzweise sieht Graf die Gründe in dem Ungenügen, das Aufklärung, Verwissenschaftlichung, vor allem aber der Aufschwung von Wissenschaft zur Sinnstiftungsinstanz hinterlassen: "Kreationismus ist ein religiöser Gegenentwurf zu einem Wissenschaftsglauben, der Professoren zu Propheten stilisiert" - hhp

Erstellt von hhp | | Politik | Deutsch | Schule | Kreationismus | Intelligent Design

Der Gott der Lücken - Wissenschaft vs. Religion – DerWesten, WAZ Mediengruppe

Der Beitrag berichtet von einem Vortrag des Kulturwissenschaftlers Claus Leggewie über "Die religiöse Rechte und die Wissenschaft". Im Blickpunkt ist der Kreationismus als Bedrohung für die Freiheit der Wissenschaft, beispielhaft verdeutlicht an der Strategie, Intelligent Design im Biologie-Unterricht zu verankern. Hier stimme ich gern zu. Der Artikel versteigt sich dann aber zu der Behauptung, der Versuch, Religion einen innergesellschaftlichen Platz zurückzuerobern, liefe auf eine Bedrohung der Demokratie hinaus. Da hier weder von "religiöser Rechten" noch von "Kreationismus", sondern allgemein von "Religion" die Rede ist, kann man hier kaum zustimmen. Vollkommen zu Recht jedoch schließt der Artikel mit Leggewies Perspektive: Der Abschied vom Lückenbüßergott wäre "eine Befreiung für die Religion" - hhp

Erstellt von hhp | | Philosophie | Deutsch | Anthropologie | Wissenschaftstheorie | Evolutionismus

Christlicher Humanismus – Zenit - die Welt von Rom aus gesehen

Hans Otto Seitschek stellt in diesem Artikel dem naturalistischen Humanismus einen christlichen Humanismus entgegen. Der naturalistische Humanismus, der alles auf den Menschen selbst zurückführen müsse, münde letztlich in einen Transhumanismus, der die Neuschöpfung des Menschen durch den Menschen selbst vornehmen müsse. Seitschek erscheint dies nicht möglich. Der christliche Humanismus gehe ebenfalls davon aus, dass der Mensch seinem Leben Sinn verleihen muss. Aber dieser Sinn sei klar an Gott orientiert, was den Unterschied ausmache. Zwei Punkte möchte ich kritisieren. 1. Ich halte es für theologisch schief und argumentativ entbehrlich, wenn der Autor in evolutiven "Erklärungslücken ... Metaphern für die Offenheit der menschlichen Natur" erblickt. 2. Wenn der "christliche Humanismus ... in Gott ein klares ... Ziel" anerkennt, was heißt dann "klar"? Das riecht nach theologischen Positivismus, der die Schwierigkeit hermeneutischen Ringens um ein konkretes Ziel verschweigt - hhp