Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Kosmologie | Deutsch | Einstein | Astronomie

Nobelpreis oder Häme für die Jäger von Gravitationswellen?

Der direkte Nachweis von Gravitationswellen wäre eine Sensation, der Nobelpreis so gut wie sicher. Kurz nach dem 100. Geburtstag der Allgemeinen Relativitätstheorie wäre damit eine von Einsteins verblüffendsten Vorhersagen bestätigt. Die Wellen werden ausgesandt, wenn im All gewaltige Massen in Bewegung sind. Trifft eine Gravitationswelle auf die Erde, staucht und dehnt sie den Raum und alles, was sich darin befindet: Menschen, Häuser, Kontinente – aber nur um Bruchteile eines Atomkern-Durchmessers. Seit 1960 bauen Physiker Detektoren, um die Wellen nachzuweisen. Allerdings waren andere Physiker zuletzt vor allem durch fehlerhafte Messungen aufgefallen, die sie auf Pressekonferenzen vorschnell für revolutionär erklärt hatten. Allerdings spricht einiges dafür, dass die neuen Daten kein Fake sind. Unter anderem eine Spezialeinheit, die Fakesignale aussendet, um die Genauigkeit der Beobachtung zu messen. - al

Erstellt von al | | Deutsch | Tierethik

Eine Frage der Haltung

In Reaktion auf eine Leserumfrage führt die ZEIT ein Interview mit einem Landwirt, einem Zoodirektor und einem Hirnforscher darüber, wie sie ihre Arbeit rechtfertigen, und ob sie mit den Tieren empfinden, die sie für ihre Arbeit benötigen. Darf man Tiere mästen? Darf man Tierversuche machen? Brauchen wir Zoos? - al

Erstellt von al | | PID | Deutsch | Anthropologie

Maßmenschen

Über kurz oder lang werden die ersten Babys mit künstlich verändertem Erbgut geboren werden, lautet die Einschätzung in der betreffenden Szene. Die Frage ist nun: Wie, wann, wofür und für wen soll man die Genomschneiderei erlauben? Der Mechanismus, CRISPR/Cas9 (kurz Crispr), ist simpel zu handhaben, billig und hocheffizient. Im Erbgut einer Zelle funktioniert er gleichsam wie die Suche-und-Ersetze-Funktion einer Textverarbeitung. Beliebige Gene lassen sich damit zielgenau austauschen. Wirklich erforderlich ist Crispr aber nur dann, wenn ein genetisch veränderter oder verbesserter Mensch erzeugt werden soll. Um den Homo crispr zu erschaffen, den Menschen mit Erbanlagen und Eigenschaften, wie sie uns die Genlotterie der Natur nicht oder nur selten bietet, dafür muss man gezielt eingreifen. Deswegen muss die zentrale Gerechtigkeitsfrage behandelt werden: Wie verhindert man die Spaltung der Gesellschaft? Hier die Reichen, die sich die Genomverbesserung ihrer Kinder leisten können; dort das genetische Lumpenproletariat, das zu Krankheit und Minderbegabung verurteilt bleibt? - al