Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von fv | | Bioethik | Biologie | Deutsch | Organtransplantation

Dein ist mein Schweineherz

Die wunderbare Welt der Zellen!? Neuere Forschungen sind der Möglichkeit, Xenotransplantationen durchzuführen, also tierische Organe in Menschen einzupflanzen, einen wichtigen Schritt näher gekommen. Offenkundig bieten sich in absehbarer Zeit Möglichkeiten, endogene Viren etwa von Spendertieren wie Schweinen auszuschalten. Xenotransplantation ist ein ethisches Thema ersten Ranges, hier geht es um viel, etwa auch im Vergleich der Kulturen. Doch über das ethische Thema hinaus zeigt sich ein sehr grundlegendes Thema: die Plastizität der Zellen. Offenkundig gelingt es immer besser, Hürden, die zwischen sehr unterschiedlichen Zellen bestanden, zu überwinden. Zellen werden zu einem generalisierten Baustein von Leben schlechthin und lassen sich durch gezielte gentechnische Eingriffe beinahe beliebig modifzieren. Was sagt das über das Bild vom Menschen, über unser Bild von den Tieren und über das Leben an sich? - fv

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution | Kreationismus

Die Fossilien von Dmanissi aus kreationistischer Sicht - ag-evolutionsbiologie

Übergangsformen passen so gar nicht in ein kreationistisches Weltbild, das von unverbundenen Grundtypen ausgeht: Großaffen und Menschen sind demnach durch eine unüberbrückbare Lücke getrennt. Wie werden Kreationisten - so fragt Hansjörg Hemminger - mit Fossilfunden fertig, die diese Lücke zu schließen beanspruchen? Da solche Übergangsformen aus einem Mosaik von archaischen und modernen Merkmalen bestehen, greife der Kreationist schlicht die modernen heraus, lasse die archaischen unberücksichtigt, und rechne den Fund zum modernen Menschen. So messe Michael Brandt "den archaischen Merkmalen des Schädelbaus ... kein Gewicht bei, sondern bewertet ausschließlich den Bau der Extremitäten, den er für modern hält". Damit führe Brandt "seine Leserschaft in die Irre". Hier kann man Brandt allerdings wohlwollender lesen. In der von Hemminger kritisierten Veröffentlichung erwähnt Brandt durchaus die geringe Schädelkapazität, lässt sie aber deshalb unberücksichtigt, weil der Erstbeschreiber des Fossilfundes selbst sich auf die "postkranialen" (= unterhalb des Schädels befindlichen) Merkmale beschränkt und in diesen den Übergangscharakter des Fundes festmacht. Wenn Brandt im Gegenzug diesen Merkmalen (konkret der Schultermorphologie) den Übergangscharakter abspricht, ist dies nicht von vornherein methodisch illegitim. Der Schluss von einem einzigen Merkmal auf ein "Homo erectus kein 'Missing Link'" greift jedoch zu kurz. Dies könne man - jetzt wieder mit Hemminger - "nur dadurch beurteilen, dass man möglichst viele Merkmale heranzieht". Hier übergehe Brandt "die offensichtliche Tatsache, dass sich - selbst wenn er in Bezug auf das Schulterskelett Recht hätte - am Übergangscharakter dieser fossilen Funde nichts ändern würde". - hhp

Erstellt von fv | | Deutsch | Physik

120 Jahre Röntgenstrahlen

Der Beginn des Durchblicks Am 8. November jährt sich zum 120. Mal der Tag, an dem die Menschheit den Durchblick bekam: Wilhelm Röntgen entdeckte die später nach ihm benannten Strahlen, die zunächst X Strahlen hießen (im Englischen auch heute noch x-rays genannt). Das verlinkte Video schildert schön, wie es zu der Entdeckung kam, ein klassischer Zufallsbefund! Das fluoreszierende Material hätten vielleicht viele gesehen, sich gewundert und es wieder vergessen. Nicht so Röntgen, er ging der Sache systematisch nach und fand so einen neuen physikalischen Zusammenhang, Strahlen, die offenkundig auch feste Stoffe durchdringen. - fv