Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Hirnforschung

Flaggschiff auf Schlingerkurs - Überprüfung des Human Brain Project gefordert - NZZ

Der Artikel beschreibt das Ringen um das eine Milliarde schwere Human Brain Project, gegen das sich 600 Neurowissenschaftler mit einem Protestschreiben, das einen Boykott nicht ausschloss, gewehrt haben. Ein Hauptpunkt der Kritik ist die Streichung der kognitiven Neurowissenschaften aus dem Zentrum des Projekts, wodurch die Ausrichtung auf Computer-Technologien zu dominant sei. Weitere Kritik bezieht sich auf Management und Führungsstil, gefordert wird z. B. eine Prüfung durch unabhängige Experten. Die Antwort auf die Kritik räumt denn auch ein, dass die Führungsstruktur verändert werden soll, was wiederum von den Kritikern als Dialogbereitschaft gesehen wird. Schließlich gelte: "Wenn so viel Geld im Spiel sei, müsse in der Community doch ein Konsens bestehen, dass man mit dem Vorgehen auf dem richtigen Weg sei". - hhp

Erstellt von al | | Astronomie | Physik | Biologie | Deutsch

Charon, noch ein Mond mit Feuchtgebieten

Astronomen haben Wasserspuren auf Charon gefunden, einem Mond, der den Zwergplaneten Pluto umkreist. Die Forscher nehmen an, dass Charon – ähnlich wie der Erdmond – aus den Trümmern einer Kollision entstanden ist. Vermutlich hat der frisch entstandene Mond Pluto zunächst auf einer stark elliptischen Bahn umkreist. Dann haben die permanent wechselnden Gezeitenkräfte sein Inneres geradezu durchgewalkt und durch Reibung erwärmt. So habe Eis schmelzen und einen viele Kilometer tiefen Ozean bilden können. Einen ähnlichen verborgenen Ozean gibt es wohl auf dem Jupitermond Europa und auch auf dem Saturnmond Enceladus. Man darf nicht vergessen: Wasser ist die Voraussetzung für Leben, so wie wir es kennen. - al

Erstellt von hhp | | Atheismus | Deutsch | Gottesbild | Theologie

Ein notwendiges Medikament - Der Philosoph Robert Spaemann erklärt, warum der Gottesglaube für ihn Bestand hat - Der Spiegel Nr. 24 vom 7.6.2014, 66f.

Das Interview mit dem Philosophen Robert Spaemann kann als kritische Anfrage an Dworkins Entwurf einer Religion ohne Gott gelesen werden, der im Zentrum des vorausgehenden Artikels stand. Zu Recht fragt Spaemann: "Wie kann man als Atheist die Absolutheit von Werten behaupten?" Die Argumente, die Dworkin gegen einen Relativismus ins Feld führt, sind für Spaemann "Argumente für Gott". Gegen den Relativismus rein subjektiver Perspektiven setzt Spaemann die Wahrheitsfähigkeit, die ohne Gott nicht zu haben sei: "Die Wahrheit des Ganzen braucht die Gottesperspektive". Wer von dem Artikel eine Antwort auf die (vom Interviewer dreimal gestellte) Frage erwartet, ob Gott mehr ist als eine Projektion, wird leider enttäuscht. Enttäuscht wird aber auch der Leser des vorgängigen Artikels, der die Antwort auf die Frage, wie Dworkin die Absolutheit der Werte ohne Gott begründet hat, ebenso schuldig bleibt. - hhp