Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Deutsch | Anthropologie | Hirnforschung | Philosophie

Philosophie: Das rätselhafte Ich - ZEITmagazin Nr. 37

Ein Gespräch mit dem Philosophen Thomas Metzinger über die Schwierigkeit, uns selbst zu erkennen, und die Frage, ob es eine Seele gibt. Metzinger berichtet von außerkörperlichen Erfahrungen, doch was ist das Selbst, das all diese Erfahrungen macht? Ein "feinstofflicher Körper" aus reiner Information, also das innere Bild, das sich das Gehirn vom eigenen Organismus macht? Nach Metzingers Vorstellung ist das bewusste Selbst nicht einfach da, es wird im Gehirn konstruiert: es ist kein Ding, sondern ein Vorgang - auch wenn eine lange philosophische Tradition das anders sieht. Dennoch sollten wir auch nach Metzinger nicht mit dem naturalistischen Menschenbild der Wissenschaft über unser inneres Erleben hinwegreden. Was "Person als Ganzes" bedeutet, will er in seiner Forschung herausfinden. Wir könnten dabei vom Erbe der spirituellen Praktiken der Mystiker lernen, uns aber von den zugehörigen Glaubenssystemen lösen, so Metzinger. Für reichlich Diskussionsstoff ist gesorgt! - al

Erstellt von al | | Deutsch | Physik

Teilchenphysik: Das Making-of eines Weltbildes - ZEIT NR. 34 S.33

Ein interdisziplinäres Projekt an der Uni Wuppertal untersucht die "Erkenntnistheorie des LHC". Eine Philosophin kommt mit den Physikern dort über ihr Treiben ins Gespräch. Eine kritische Bemerkung : Die Physiker können bei Weitem nicht alle Daten aus den Experimenten speichern, ein Großteil der Erkenntnisse über die Realität werde einfach weggeworfen. Die Physiker entgegnen, diese Daten enthielten aber nichts neues. So prallen theoretische Vorbehalte der Philosophin und pragmatische Methoden der Physiker aufeinander. Ob das Ergebnis fruchtbar ist, wird sich zeigen, interessant ist der Versuch allemal - al

Erstellt von al | | Deutsch | Bioethik | PID

Früher erkennen - ZEIT Nr. 34 S. 31

Gerade hat sich der Bundestag dazu durchgedrungen, PID in Ausnahmefällen zuzulassen, da kommt die Humangenetik mit einem komplikationsfreien Verfahren daher, das zudem noch früher in der Schwangerschaft anwendbar ist. Das Blut der Schwangeren gibt über das Genom des Kindes Auskunft. Die Zeiten nähern sich dem Ende, in denen gesunder Nachwuchs eine Gnade war und ein behindertes Kind ein hinzunehmendes Schicksal. Aber ob damit wirklich nur "Klarheit" geschaffen wird und nicht doch auch Abtreibungen provoziert werden? Es könnte sein, dass der Test bald Routine ist, erst einmal allerdings nur für diejenigen, die sich ihn leisten können. Ist Behinderung dann ein Stigma armer Eltern? - al