Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Deutsch | Bioethik | PID

Mit Gewissen und Verstand - ZEIT Nr. 27 S. 42

Martin Spiewaks sachliche Darstellung des Für und Wider in Sachen PID ist von einem deutlich befürwortenden Tenor geprägt, für den erst die Geburt der entscheidende "moralische Wendepunkt" ist. Ein weiterer Artikel informiert über die zur Abstimmung stehenden Gesetzesalternativen. Interessant wäre nun ein ebenso sachlicher Contra-PiD Artikel, sollte die ZEIT wirklich Entscheidungshilfe und nicht Lobbyistin sein wollen. Sicher ist ein relationaler Ansatz, der die Rechte des Embryo mit den Rechten der austragenden Mutter in Beziehung setzt, sinnvoll. "Damit der Zellhaufen leben kann, braucht er nämlich die Mutter". In der Tat. Aber auch das Baby braucht andere Menschen, ohne die es nicht leben kann, und so bleibt zu fragen, ob die Geburt tatsächlich der alles entscheidende Wendepunkt ist, mit dem sich alles ändert. - al

Erstellt von hhp | | Soziobiologie | Deutsch | Tree of Life (Film)

The Tree of Life von Terrence Malick: Eine Welt der Verwirrung - World Socialist Web Site

David Walsh fragt, ob The Tree of Life ein "erhellendes Licht auf Leben und Welt wirft". Walsh verneint diese Frage, weil die vom Film suggerierte enge Verbindung von Naturprozessen und menschlich-sozialen Prozessen (wie in der Soziobiologie) den Blick auf das für Walsh Eigentliche verstelle: die historisch-sozialen Gesetze, speziell die Beziehung zu Klasse und Produktion. Hier wird die marxistische Herkunft des Autors deutlich, der den Film als statisch, mythisch, somit ideologisch kritisiert und die marxistische "Wahrheit über die Realität" vermisst. Lesenswert, auch wenn man die Perspektive des Autors nicht teit - hhp

Erstellt von al | | Venter | Deutsch | Bioethik | Synthetische Biologie

Synthetische Biologie: Eine neue Lebensform - FAZ.NET

Chemikern ist es gelungen, künstliches Leben nach dem Vorbild der Evolution erschaffen, allerdings mit einem Baustein im Genom, den die Natur nicht nutzt. Im Vergleich zu Craig Venters bahnbrechendem Versuch vom letzten Jahr ein weiterer Schritt in Richtung synthetischen Lebens, der aber auf natürlicheren Prinzipien beruht. Für die Umwelt drohe keinerlei Gefahr: "Ein Organismus, der einen künstlichen Baustein braucht, den es in der Natur gar nicht gibt, stirbt, wenn er mal tatsächlich unbeabsichtigt in die Umwelt gelangt, sofort ab. Er kann sich nicht vermehren und auch seine Gene nicht verbreiten." So heißt es. Tatsächlich hat der entwickelte Organismus aber noch den "Defekt", im Zweifelsfall auch wieder auf seinen natürlichen Bestandteil zurückgreifen zu können. - al