Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

| Englisch | Wissenschaftstheorie

Science isn't mystical (but it's still cool) - Guardian

Erstellt von hhp | | Atheismus | Neuer Atheismus | Englisch

The trouble with atheists: a defence of faith - Guardian

Die eigentlich schlechte Nachricht für den christlichen Autor Francis Spufford sind nicht die argumentativen Einwände der neuen Atheisten. "Die wirklich schmerzhafte Nachricht ist, dass wir peinlich sind" und Inhalte kindischer Krippenspiele ernsthaft verbreiten ohne zu merken, dass die Kindheit vorbei ist - "mit Fingern in beiden Ohren, um den Klang der wirklichen Welt abzuhalten". Im Selbstverständnis Gläubiger jedoch sei der Glaube radikal realistisch. Spufford vergleicht dies mit der Sicht der Realität, wie sie auf den Atheisten-Bussen zum Ausdruck kommt: "Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Mach dir also keine Sorge und genieße das Leben". Anstößig findet Spufford dabei primär die Reduzierung des Lebens auf Genuss. Gegen eine derart eingeschränkte Realitätssicht hält Spufford die gläubige Weltsicht, welche Realismus und Hoffnung gleichzeitig Raum gibt. Als Begründung setzt er dabei weniger auf Argumente als - für meinen Geschmack etwas zu viel - auf die Realität der Gefühle - hhp

Erstellt von hhp | | Dawkins | Atheismus | Evolutionismus | Soziobiologie | Englisch

The Selfish Gene by Richard Dawkins – book review - Guardian

Der Verfasser wendet sich gegen die brüske Kritik, das "egoistische Gen" sei eine außer Kontrolle geratene Metapher. Dawkins Metapher sei dagegen klug gewählt, kontrolliert, und Gott sei Dank trage die Jubiläumsausgabe nach 30 Jahren noch denselben Titel. Dawkins‘ Brillanz liege in dem Aufweis, wie Gene ihren "Überlebensmaschinen" so viel Vorteile verschaffen, dass sie der nächsten Generation weitergegeben werden können. Individuelles Leben ist in dieser Sicht nicht mehr als ein "Satzzeichen im blinden, automatischen Verlangen der DNA nach Ewigkeit". Solche Formulierungen zeigten wohl einen unbarmherzigen Zug in Dawkins' Argumentationsstil. Gelegentliche Zugeständnisse seien nur Schein, denn er habe bereits alle möglichen Einwände durchdacht und mache sie fröhlich und mit scheinbar müheloser Logik zunichte, und so feuere dieses Buch auch die Eröffnungssalven des späteren totalen, intellektuellen Sturmangriffs auf die Religion - hhp