Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von fv | | Physik | Englisch | Wissenschaftstheorie

Must science be testable?

String-Theorie - Wissenschaft oder Pseudowissenschaft Der Autor dieses Artikels, der Philosoph Massimo Pigliucci, beschreibt eine recht lebendige Diskussion zwischen Physikern und Wissenschaftstheoretikern über den Status der String-Theorien. Der Streit geht von der Frage aus, ob man überhaupt zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft so klar unterscheiden kann. Ein einigermaßen klares Unterscheidungskriterium hat Karl Popper formuliert: Wissenschaftliche Theorien müssen falsifizierbar sein. Doch schnell ist diese Behauptung in den Streit einbezogen: Ist das Kriterium hinreichend? Ist es eindeutig genug? Pigliucci verteidigt die Position von Popper und ich finde das attraktiv und nachvollziehbar: Irgendwie muss man zwischen Wissenschaft udn Pseudowissenschaft unterscheiden können, um die Wissenschaft in ihrer Stärke zu erhalten. Doch wo ist die Grenze zu ziehen? Leider scheint der Autor am Ende des Beitrags zu stark auszuweichen und irenische Formeln anzubieten. Die Diskussion ist aber - aus guten Gründen - wohl noch lange nicht beendet! - fv

Erstellt von fv | | Englisch | Galileo Galilei

Opposition to Galileo was scientific

Die WISSENSCHAFTLICHE Debatte um Galileo Galileis Thesen Üblicherweise wird das Auftreten von Galileo Galilei als eine Widerspruch der Wissenschaft gegen die traditionelle Religion beschrieben. Der Autor des beiliegenden Artikels Christopher Graney deutet die Situation anders. Tatsächlich, so sagt er, war es ein innerwissenschaftlicher Konflikt! Denn die Position, die Galilei kritisiert, war ebenfalls wissenschaftlich begründet. Hierzu verweist er auf den frühen Astronomen Johann Georg Locher, der ebenfalls das Fernglas nutzte, jedoch Schlüsse aus den Beobachtungen zog, die auf das Ptolemäische System deuteten. Locher verteidigte das alte System mit einer systematischen Deutung der Beobachtungen. Galilei kannte die Veröffentlichung von Locher und hat sich auch kritisch auf ihn bezogen. Insofern ist der Disput zumindestens auch ein innerwissenschaftlicher Disput gewesen. Graney ist diese Feststellung wichtig, weil sie Heroen, die sich einsam gegen den Mainstream wenden, abwertet, auch Galileo war kein solcher Heros, sondern ein Wissenschaftler, der in innerwissenschaftliche Diskussionen verwickelt war. Eine interessante Perspektive, die den "Normalfall" wissenschaftlicher Forschung betont! - fv

Erstellt von hhp | | Englisch | Evolution | Gottesbild | Theodizee

The Uncontrolling Love of God

Paul Wallace, Autor des Buches "Unter uns die Sterne - Gott im evolvierenden Kosmos finden", erzählt in diesem biografischen Artikel, wie er seine Glaubenszweifel überwinden konnte, die er angesichts der vermeintlichen Unvereinbarkeit eines liebenden, vorsehenden Gottes mit der ineffizienten und Leid schaffenden Evolution empfand. Schlüssel für Wallaces Umdenken war ein Buch von Thomas Jay Oord, das ihm den Grund seiner Zweifel vor Augen führte: eine "falsche Sicht von Gottes Wirken in der Welt", das unter Gottes Vorsehung ein ständiges, korrigierendes Eingreifen in den Lauf der Welt verstand. Demgegenüber habe Oord die Evolution als 3 Milliarden Jahre dauerndes Drama göttlicher Liebe vorgestellt, in dem Gott "nicht wesentlich allmächtig, sondern wesentlich liebend und kreativ" gesehen wird. Insofern es in einer solchen Welt "keinen Hauch eines göttlichen Zwangs" gebe, könne Gott auch Tod und Leid nicht beenden. Diese Sicht würden manche wohl nicht befriedigen, vermutet Wallace. Für ihn selbst jedoch macht Evolution nun wieder "Sinn im Lichte göttlicher Liebe". - hhp