Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Franziskus (Papst) | Englisch | Vatikan

Sorry, But Media Coverage of Pope Francis is Papal Bull - Time

Elizabeth Dias regt sich mächtig auf über die "Papst Franziskus für Evolution"-Story, die sich explosionsartig in den Medien verbreite. Dabei habe er im Vergleich zu seinen Vorgängern absolut nichts Neues gesagt. Der Artikel belegt dies und gibt einen guten Überblick über die z. T. bizarren Blüten, die besagte Story hervorgebracht hat. Dagegen: Mittwoch morgen bat Franziskus, für 43 mexikanische Studenten zu beten, die am lebendigen Leib von Drogenhändlern verbrannt worden waren. "Unwahrscheinlich, dass dies dieselbe Aufmerksamkeit erhält", bedauert Dias. Und die Moral von der Geschicht': "Glaube das meiste nicht, was Du über den Vatikan liest. Die päpstliche Berichterstattung ist außer Rand und Band". - hhp

Erstellt von hhp | | Franziskus (Papst) | Englisch | Evolution | Evolutionismus | Johannes Paul II. | Schöpfung | Vatikan

Were Pope’s evolution remarks a break from Catholic teaching? - The Times of Israel

Nachdem der Artikel Franziskus' Rede vor der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften zusammengefasst hat, wundert er sich darüber, dass über die Äußerungen "atemlos in den Medien berichtet wurde, die Berichterstattung aber nicht reflektierte, dass sie vollkommen konsistent mit früheren kirchlichen Lehrmeinungen sind". Zitiert wird Murray Watson, der die Position der Katholischen Kirche für naturwissenschaftlich kompatibel und inhaltlich für "sehr klar" hält: 1. Gott sei der ultimative Ursprung der Evolution; 2. Gott lenke den Prozess in ultimativer Weise, wenn auch indirekt über die Naturgesetze; 3. die Seele ist Gottes direkte Schöpfung, nicht ein zufälliges Ergebnis der Evolution. Leider wird die Kompatibilität dieses dritten Punktes nicht näher begründet. Für Watson ist jedenfalls das Einzige, das die kath. Kirche erbete, "dass sich die Wissenschaft darauf beschränkt, Fragen innerhalb ihres Geltungsbereiches zu beantworten, und sich nicht in die Gebiete der Philosophie und Theologie hineinwagt". Diese Positionierungen seien von Pius XII. über Johannes Paul II. usw. im wesentlichen identisch geblieben. Den Grund dafür, dass die Medien die Papstrede als bahnbrechenden Neuanfang wahrnehmen, sieht der Artikel darin begründet, dass immer noch zu viele Beobachter "einen tiefen Konflikt zwischen religiösem Glauben und wissenschaftlichem Forschen" sähen. Beide Konfliktparteien "postulierten einen Gott, der mit der Welt von außen interagiere, indem er die Naturgesetze umdirigiert, wenn es seinem göttlichen Willen passt". Ein solches Gottesbild nähme die Möglichkeit eines Gottes, der in der und durch die Schöpfung wirkt, nicht ernst. Die kath. Kirche lehre, dass die menschliche Vernunft für das Göttliche öffnet. - hhp

Erstellt von hhp | | Atheismus | Benedikt XVI. | Englisch | Evolution | Franziskus (Papst) | Gottesbild | Intelligent Design | Johannes Paul II. | Kosmologie | Kreationismus | Schöpfung | Vatikan | Wissenschaftsgeschichte

Stop Celebrating the Pope's Views on Evolution and the Big Bang. They Make No Sense. - newrepublic

Für Jerry A. Coyne, Atheist und Verfechter des Konfliktparadigmas, sprechen "Berge von Beweisen" für die Evolution, "nicht ein Beweis jedoch für die religiöse Alternative einer göttlichen Schöpfung". Entsprechend sei Franziskus' Akzeptanz der Evolution ein reines Lippenbekenntnis, und seine Rede trage immer noch Tönungen eines Kreationismus. Die offizielle Sicht des Vatikan sei nicht auf der Höhe moderner Wissenschaft, sondern eine Kombination von Evolutionstheorie und biblischem Spezialkreationismus, wie er sich in der Erschaffung der Seele und der angenommenen Historizität von Adam und Eva zeige. Ähnlich setze Franziskus für den Urknall Schöpfung voraus, wo wir doch alle wüssten, "dass das Universum durch rein physikalische Prozesse aus dem Nichts entstanden sein kann". Wenn Coyne dieses "Nichts" ausdrücklich mit dem "Quantenvakuum" gleichsetzt, müsste er eigentlich wissen, dass dies nichts mit dem philosophisch-theologischen "Nichts" zu tun hat, hier also gar keine Konfliktsituation entstehen kann. Auch die "Spekulation" Gottes mit Multiversums-Theorien auszuhebeln, ist nicht weniger spekulativ. Wenn Franziskus dann für die Evolution Schöpfung voraussetzt, wundert sich Coyne: "Man beachte, dass das Wort 'Schöpfung' ['creation'] immer noch vorkommt". Hat er ernsthaft erwartet, dass der Papst nicht mehr an Schöpfung glaubt? Im Folgenden räumt Coyne ein, dass überhaupt nicht klar wird, wie genau der Papst Schöpfung versteht. Dennoch weiß Coyne genau: "Es ist klar, dass ein wie auch immer gearteter Kreationismus immer noch wesentlicher Bestandteil von Franziskus' Sicht des Lebens ist". Bei derart unklarer Begriffslage ist der Schluss von 'creation' auf 'creationism' natürlich nicht mehr als ein Taschenspielertrick. - hhp