Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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It Got Eaton - Review of Fodor et al. "What Darwin got wrong"

Philosoph und Darwin-Kenner Godfrey-Smith hinterfragt den Kern der jüngsten Darwinkritik von Jerry Fodor und Massimo Piattelli-Palmarini. Diese hatten bestritten, dass der äußere Faktor der natürlichen Selektion stark überbewertet werde und keine hinreichende Erklärung darstelle. Vielmehr müsse bei der Selektion ein intentionaler Rest, so etwas wie ein geistiger "Agent" unterstellt werden, damit die Selektion die überlebensträchtigen Merkmale aussuchen könne. Godfrey-Smith räumt zwar ein, dass manche Formulierung (z. B. "Auslese") diesen Schluss nahelegt, man aber jederzeit zu einer präziseren Terminologie wechseln könne, falls sich intentionale Konnotationen einschleichen wollen. Auch der Umweg über das philosphisch notwendige Werkzeug der "kontrafaktischen Implikation", das der Lokalisierung wahrer Ursachen dient und Intentionalität voraussetze, greife nicht, weil es zum Funktionieren der Selektion durchaus nicht notwendig ist. Es lebe die natürliche Selektion!

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Epigenetics, a confused muddle in the media - Sciblogs

Der Bioinformatiker Grant Jacobs pflegt seit mehr als 6 Jahren "Epigenetik" als Schwerpunkt und kann so glaubwürdig die im Guardian veröffentlichte Darwinismuskiritk von O. Burkeman (s.u.) entkräften. Burkemans Hauptfehler sei es, ohne hinreichende Sachkenntnis die eigene Meinung in den Vordergrund zu stellen statt die Sichtweisen einschlägiger Experten wiederzugeben. Dabei suggeriere er, die neuen epigenetischen Erkenntnisse seien vor der Allgemeinheit verborgen worden. Jacobs stellt dagegen, dass die Epigenetik DAS Trendthema der letzen 5-6 Jahre ist, auch wenn es aufgrund der Vorläufigkeit noch nicht in Lehrbüchern Eingang gefunden hat. Jacobs stellt den Unterschied zwischen den Genen selbst und ihrer Regulation durch Epigenetik in den Vordergrund und weist damit Burkemans Formulierung, die Umwelt spiele eine Rolle in der SCHAFFUNG von Merkmalen, zurück. Nach Jacobs schaffen epigenetische Effekte keine neuen Eigenschaften, sondern sie verändern nur den Gebrauch bestehender Gene

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Worst science journalism of the year: Darwin completely wrong (again) - Blog: Why evolution is true!

Wer sich traut, als Nicht-Biologe die Evolutionstheorie zu hinterfragen, fängt sich leicht Prügel ein. So dauerte es nur ein paar Stunden, bis der Guardian-Artikel von Burkeman (s.u.) als "schlechtester Wissenschaftsjournalismus des Jahres" etikettiert wurde. Der Blogger, Jerry A. Coyne, kennt als Professor für Umwelt und Evolution freilich die epigenetische Kritik. Aber "diese dünnen Befunde sollen anscheinend die moderne Evolutionstheorie als falsch erweisen". Dagegen wendet Coyne ein, dass "in nahezu all diesen Beispielen die Veränderungen in ein oder zwei Generationen verschwunden sind und so den evolutionären Wandel nicht dauerhaft beeinträchtigen können". Gegen die Warnung (Burkemans und Fodors), die Selektionstheorie eben doch nicht als so einfach hinzustellen, schärft Coyne ein: "Sie IST einfach - das ist eine ihrer Schönheit"

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