Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Deutsch | Anthropologie | Dawkins | Evolution

Zukunft der Gentechnik: Plädoyer für den ultimativen Tabubruch - Wissenschaft - SPIEGEL ONLINE

Richard Dawkins plädiert dafür, sich mit dem Gedanken der Kreuzung von Mensch und Tier anzufreunden. Einen qualitativen Unterschied zwischen Tier und Mensch zu behaupten ist für Dawkins Essentialismus und "zutiefst unevolutionär". Evolutionär und naturwissenschaftlich fassbar ist jedoch die Leidensfähigkeit, die am Nervensystem festzumachen sei. Die Summe des Leidens wird zum Kriterium der Schutzwürdigkeit, was Dawkins Ethik zu einer utilitaristischen macht - ausdrücklich in seinem "Gotteswahn", 407. Dort findet sich auch der typische naturalistische Fehlschluss, wenn Dawkins darauf hinweist, "dass die Mehrzahl aller Embryonen ohnehin ganz von selbst kurz nach der Befruchtung als Fehlgeburt abgestoßen wird" (410). Motto: Wenn die Natur tötet, darf der Mensch das auch! Tier-Mensch-Mischwesen nun würden die Enttabuisierung weiter vorantreiben - für Dawkins ein "freudiger Schauer". Und für uns der Hinweis, dass sich Menschenwürde rein evolutionstheoretisch nicht begründen lässt - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Neuer Atheismus | Kreationismus | Evolutionismus | Dawkins

Philosoph Richard David Precht und die Darwinismus-Debatte - Nürnberger Zeitung

Precht schafft es immer wieder, populär zu sein ohne schwarz-weiß zu malen! So sind für ihn Kreationismus und militanter Darwinismus nur komplementäre Fundamentalismen. Zu Recht weist er auf die paradoxe Situation hin, dass Dawkins überzogener Allerklärungsanspruch den Kreationimus geradezu stärke. Darauf hat jüngst schon der Evolutionsbiologe Reinhold Leinfelder (http://achdulieberdarwin.blogspot.com/2009/03/instrumentalisierung-von-darwin-durch.html) hingewiesen: Etwas besseres als Dawkins könne dem Kreationismus gar nicht passieren! Zurück zu Precht, der auf die derzeitigen (!) Grenzen evolutiver Erkenntnis hinweist: über die Mechanismen der Evolution wissen wir sehr wenig, die Entstehung des Lebens gar ist "Spekulation und weit entfernt von Wissenschaft". Precht kann unbefangen über solche Defizite sprechen, weil er unverdächtig ist, sie sofort theologisch auszubeuten: Sein "Ich misstraue jedem Gottesbeweis" liefert denn auch den Haupttitel des Artikels - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Dawkins | Schmidt-Salomon | Giordano-Bruno-Stiftung | Neuer Atheismus

FU Berlin untersucht "Neuen Atheismus" - Christliches Medienmagazin Pro

Das evangelikale Medienmagazin Pro berichtet von einem DFG-Projekt über den "Neuen Atheismus", das von Religionswissenschaftlern der FU Berlin durchgeführt wird. Vertreter der "Brights" wie Dawkins, Hitchens, Dennet, Schmidt-Salomon sind ebenso Gegenstand der Untersuchung wie deren Kritiker. Erforscht werden soll ebenfalls die Berichterstattung in den Medien und deren populäre Breitenwirkung. "Pro" berichtet neutral in den Worten der Projektbeschreibung, wird allerdings bei den Kritikern des Neuen Atheismus ausführlicher. Die "Brights" wiederum übernehmen den Wortlaut von "pro", erwähnen jedoch die Kritiker nicht (brightsblog.wordpress.com/2009/05/05/fu-berlin-untersuchung-des-neuen-atheismus/). Sie ergänzen die Seite durch die Linkliste des DFG-Projekts, wobei ausgerechnet die Links auf Schmidt-Salomon und die Giordano-Bruno-Gesellschaft nicht klickbar sind!?? Siehe unbedingt die Projekthompage: www.geschkult.fu-berlin.de/e/relwiss/forschung/DFG-Projekt_Neo-Atheismus/index.html - hhp