Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Evolution | Evolutionismus | Deutsch | Dawkins

Seine Hoheit, der Umweltschützer - NRZ - DerWesten

Prinz Charles, der den Deutschen Nachhaltigkeitspreis erhält, weist seit Jahren auf die Grenzen der Wissenschaft hin und warnt vor den Folgen ungebremster Forschung. Seine Achtung vor der Genialität evolutiv entwickelter natürlicher Baupläne bringt Charles zur Forderung an die Wissenschaft, Natur und Evolution zu verstehen, nicht zu verändern. Gegen spirituelle Leere will er das Gleichgewicht von "instinktiver Weisheit und den rationalen Einsichten der Wissenschaft" wieder hergestellt sehen. Wen wundert es, dass Richard Dawkins die Gelegenheit zum Kontern ergreift: "Weit davon entfernt, spirituelle Werte zu missachten [meint er das wirklich ernst? hhp], ist der wissenschaftliche Rationalismus die Krönung des menschlichen Geistes [das meint er tatsächlich ernst]". Der Streit mit Dawkins ist spätestens seit Charles' Rede bei den Reith Lectures 2000 entbrannt (news.bbc.co.uk/hi/english/static/events/reith_2000/lecture6.stm und www.edge.org/3rd_culture/prince/prince_index.html) - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Wissenschaftstheorie | Intelligent Design | Evolution | Darwin | Dawkins

Religion und Evolution: Von Darwin bis Dawkins - IQ - Wissenschaft und Forschung - Bayern 2 - BR

Das Feature von Daniel Knopp berichtet von der Wiederentdeckung des Religiösen durch die Evolutionsbiologie - ganz im Gegenzug zu Dawkins' Abwertung von Religion als Wahnvorstellung. Knopp stellt den Nutzwert von Religion und damit ihren Selektionsvorteil heraus: die größere 'reproduktive Fitness' religiöser Menschen (M. Blume). Religion als Überlebensvorteil: Ein nachdenkenswerter Beitrag, auch wenn Religion hier funktionalistisch auf den Nutzwert reduziert wird. Knopp will die Vereinbarkeit von Religion und Evolution schon bei Charles Darwin verorten. Dessen Evolutionstheorie sei "auch eine Weiterentwicklung seiner theologischen Grundausbildung", die er bei seinem Lehrer William Paley erhalten hat. Dies ist allerdings eine allzu harmonisierende Darstellung, da sich Darwin an entscheidender Stelle von Paley, dem Vater des Intelligent-Design-Arguments, absetzt. Darwin konzentriert sich auf die Zweitursachen und will damit nicht die göttliche Erstursache beweisen (E.-M. Engels)!! - hhp

| Deutsch | Schöpfung | Dawkins | Intelligent Design | Kreationismus

EDU-Kantonsräte wollen Gott und Darwin gleichstellen - Tagesanzeiger Zürich

Der Tagesanzeiger berichtet von dem Versuch dreier EDU-Kantonsräte, die Schöpfungslehre in der Schule wie ein naturwissenschaftliches Fach unterrichten zu lassen. In Form eines kontroversen Gesprächs zwischen Kantonsrat Stefan Dollenmeier und Sektenexperte Hugo Stamm werden Argumente diskutiert. Neben dem unsinnigen Titel ("Gott und Darwin gleichstellen") bietet der Beitrag auch eine unzureichende Definition an, wenn Kreationismus die "Lehre der Schöpfung vor dem Hintergrund biblischer Schriften" sein soll. Diese Kennzeichnung triff auch auf eine moderne Schöpfungstheologie zu, wenn "vor dem Hintergrund" nicht "in wortwörtlichem Verständnis" meint. Allzu oft wird diese undifferenzierte Gleichsetzung von Kreationismus, Intelligent Design und moderner Schöpfungstheologie strategisch missbraucht (siehe Dawkins), um das Kind mit dem Bade auszuschütten, sprich: um mit dem Kreationismus Religion insgesamt lächerlich zu machen.