Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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Sterbehilfe: "Ich bin gegen Verbote" | Wissen | ZEIT ONLINE

Saskia Frei, neue Präsidentin der schweizerischen Sterbehilfeorganisation Exit, über absolute Selbstbestimmung, tödliche Medikamente am Kiosk und ihre Alzheimer-kranke Mutter. Sie ist gegen grundsätzliche Verbote, weiß aber auch: der Mensch wächst auch an dem, was nicht schön ist. Es gelte schon, den Mensch zu beschützen. Auch das Grundrecht auf frei gewähltes Sterben dürfe es nicht ohne Schranken geben kann, sei es, dass man anderen nicht schadet, sei es, dass der Staat seine Bürger beschützen muss vor Sachen, die ihnen nicht guttun. - al

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Sterbehilfe: Dienstleister in tödlicher Mission | Wissen | ZEIT ONLINE

Sterbehilfe ist für Dignitas-Gründer Ludwig A. Minelli das letzte zu erkämpfende Menschenrecht. Das Portrait versucht, einen Eindruck von Minelli zu vermitteln. Es ist der burschikose Umgang mit dem Sterben, der viele gegen ihn aufbringt. Dazu kommt sein Stil. "Das deutsche Gesundheitswesen ist klerikal bevormundet. Viele Krankenhäuser gehören den Kirchen, und jeder zweite deutsche Politiker war früher mal Ministrant. Und die deutsche Christliche Patientenverfügung - völlig unwirksam. Reiner Betrug." Wie viele Prozesse Ludwig Minelli im Laufe seines Lebens schon geführt hat, kann er nicht mal schätzen. Heute ist assistierter Suizid nur in der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und in den amerikanischen Staaten Oregon, Washington und Montana erlaubt. Doch mit Ausnahme der Schweiz muss man überall im Land wohnhaft und unheilbar krank sein. Daher der Sterbetourismus in die Schweiz. - al

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Das aufgezwungene Leben - ZEIT Nr. 33 S.36

Massive theologische Vorurteile bestimmten Nagels "Pseudoargumentation", so meldet sich der Philosoph Ludger Lütkehaus in der Sterbehilfe-Debatte zur Wort. Angesichts der langen Tradition der Apologie des Suizids könne man in diesen Fällen keinesfalls von der "Kapitulation vor der menschlichen Existenz" reden. Die alte dogmatische Sprache der Heteronomie, wie Nagel sie mit der Rede vom Leben als Geschenk gebrauche, müsse man als theologisch motiverte Freiheitsberaubung ansehen. Das könne sich der an solch einen "diktatorischen Gott" Glaubende aufgrund der Beschränktheit seines Einfühlungsvermögens natürlich nicht vorstellen, so Lütkehaus. Ob es Lütkehaus allerdings gelingt, sich in die Denkwelt des kritisierten Gegenübers einzufühlen, möchte ich ich ernsthaft bezweifeln. Bei aller berechtigten Kritik an der theologischen Tradition der Verdammnis über Selbstmörder ist seine Argumentation sicher eher aufschlussreich hinsichtlich seines eigenen denn Eckhard Nagels Gottesbild. - al