Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Bioethik | Synthetische Biologie | Venter | Deutsch

Wir wissen nichts - SPIEGEL 26/2010

Dass wer die DNA-Sequenz kenne, auch jeden Aspekt des Lebens kenne, sei ein Unfug, die dieselben Genetiker verbreitet haben, die auch die Angst vor der Kommerzialisierung schürten; so Craig Venter im Spiegel-Interview. Die künstliche Zelle werde es zwar erlauben, Fragen zu beantworten, die bisher völlig unzugänglich waren, doch das hieße eben nicht Gott zu spielen. Diese Interpretation findet Venter zum Glück eher beängstigend. Es handele sich dabei nicht um göttliche, sondern um wissenschaftliche Macht. Dass dies aber in unserer Gesellschaft nicht verstanden werde, das sei ein wirkliches Problem. Da hat er wohl recht. Wenn er aber schließt, für ihn gelte entweder Glaube oder Wissenschaft, beides zusammen gehe nicht, dann kann man das wohlwollend als Reflex auf diesen schlecht reflektierten Glauben verstehen, wie er in der Öffentlichkeit gepflegt und medial dargestellt wird; es bleibt aber ein gewisses Unbehagen angesichts von Venters strotzender Selbstsicherheit. - al

Erstellt von hhp | | Englisch | Bioethik | Venter | Synthetische Biologie

Understanding the Risks and Rewards of Synthetic Biology - time

Der Artikel will die Versprechungen der synthetischen Biologie in ein rechtes Licht rücken, und bewertet sie zunächst als Marketing Schlagwörter, die alle Arten von wissenschaftlichem Herumbasteln mit biologischen Legosteinen bezeichnen. Zudem sind die guten Gaben verpackt in großem Risiko, der Gefahr, dass das manipulierte Leben unkontrolliert mutiert und agiert. Unfälle bei Kraftwerken seien schlimm, Lecks in Bioreaktoren aber schlimmer. Die Öffentlichkeit sei zur Intervention verpflichtet, wenn Wissenschaftler moralische Grenzen überschreiten. Es müsse öffentlich und vorausschauend debattiert werden, wo diese Grenzen liegen - nicht erst, wenn Fakten geschaffen wurden und Forscher ihren technischen Triumph bereits feiern - hhp

Erstellt von al | | Synthetische Biologie | Venter | Deutsch

Leben 2.0 - ZEIT Nr. 23 S.56

Für das Machbare gebe es nur noch die Grenze unseres Vorstellungsvermögens, so wird Venter zitiert. Der Artikel problematisiert die Folgen einer möglichen Anwendung von Venters Experimenten auf das menschliche Erbgut. In so einem Leben 2.0 wären Menschen, so der Artikel, frei schwebende Selbstverbesserungsunternehmer, und wer dabei nicht mitmache, habe ohnehin verloren. Das ist implizit ein Plädoyer für das Einziehen einer weiteren Grenze des Machbaren, nämlich der Ethik, dem natürlich zuzustimmen ist. - al