Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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Dieser Erfolg braucht Skepsis - Rheinischer Merkur

Theologisch wohl informiert fordert der Artikel nach Entzauberung des Schaffens Venters: "Venter hat nicht Gott gespielt, er hat keine zweite Schöpfung begonnen. Er hat genial imitiert, und die Imitation ist in der Theologie die Chiffre für das Handeln des Menschen." Auf die ambivalenten Reaktionen der katholischen Kirche wird verwiesen und zurecht darauf aufmerksam gemacht, dass die sich nun aufdrängende Frage eine ethische ist. - al

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Synthetisches Leben: Zu welchem Zweck? - DIE ZEIT Nr. 22 S.39

Der Gastkommentar von Arthur Caplan würdigt die Leistung Craig Venters als monumental, weil sie uns zeige, was in Zukunft machbar sein werde und dass diejenigen, die daran festhielten, das Leben lasse sich nicht mit mechanistischen, reduktionistischen Begriffen erklären, den Kampf verloren hätten. Würde und Wert wohne zwar beidem inne: dem, was Naturwissenschaftler wissen, können und machen, wie auch allem, was sie nicht verstehen. Leben allerdings "kann gemacht werden." - Dieser Triumphalismus hat ein gewisses "Geschmäckle". Ist der qualitative Unterschied zwischen Materie und Leben damit wirklich aufgehoben? Ist der Mensch gar nun Schöpfer, wie zahlreiche Überschriften zu suggerieren versuchen? Von dem kategorialien Unterschied zwischen göttlichem Schöpfen (ex nihilo) und menschlichen Machen wäre auch hier zu reden. - al

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Synthetisches Bakterium: Ein Schöpfungsakt - ZEIT Nr.22 S.39-40

Bis heute ist es nicht gelungen, die Urkraft der atemberaubenden biologischen Vielfalt zu entschlüsseln. Wie ist jener Funke beschaffen, der das Feuerwerk der organischen Natur zündete? Mit dem Erfolg von Venters Team und der Synthetisierung eines künstlichen Bakteriums erscheint Rudolf Virchows Überzeugung, jede Zelle entstehe aus einer Zelle, überholt. Ganz aus dem Nichts entstand Venters Geschöpf indes nicht. Sein Team benötigte für das Experiment nahezu intakte Zellen. Immerhin, endgültig zu Grabe getragen erscheint nun die Idee einer vis vitalis, der immateriellen Lebenskraft, die allem Organischen innewohne. Was aber wäre, wenn Leben eine fundamentale Eigenschaft der Materie ist, ein zwangsläufiges Resultat der Naturgesetze? Stimmt es dann, wenn man wie der Artikel sagt: "Leben ist Information – und sonst gar nichts"? Richtig bemerkt er: Die wirkliche Neuschöpfung einer Kreatur liegt noch weit jenseits der technischen Möglichkeiten der Labors. - al