Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Evolution | Theodizee | Deutsch | Dawkins

Keinen guten Gott gefunden - Nachrichten auf salzburg.com - Salzburger Nachrichten

Der Beitrag stellt zunächst heraus, dass das neue Dawkins-Buch versöhnlicher daherkommt als "Der Gotteswahn" und sogar theologische Allianzen würdigt. Dennoch bleibe Dawkins ein "heftiger Widerpart jeder religiösen Weltinterpretation". Anders als bei der Gotteswahn-Polemik sei er nun ein "ernsthafter Gesprächspartner", da seine Argumentation auf der Theodizeefrage basiere. Dem Artikel ist insofern Recht zu geben, als die Theodizeefrage in der Tat auch für Gläubige eine dauernde Herausforderung darstellt. Die Argumentation, wonach die Evolution grausam und also kein Produkt eines guten Gottes sein könne, sollte indes differenzierter sein - hhp

Erstellt von hhp | | Englisch | Schöpfung | Evolution | Theodizee | Polkinghorne | Ayala

The Evils of Evolution - Big Questions Online

Der ehemalige anglikanische Priester Mark Vernon stellt die Frage: "Wie kann ein guter Gott die Grausamkeiten der natürlichen Selektion zulassen?". Auch wenn die sog. Theodizeefrage nicht neu für Gläubige sei, so intensiviere die Evolution mit Leiden, Verschwendung und Auslöschung das Problem allein aufgrund des Ausmaßes. Die Verteidigung des Templeton-Preisträgers F. Ayala, der Gott ganz aus der Verantwortung entlasse, geht für Vernon nicht auf. Ausführlicher würdigt er John Polkinghorne, für den Freiheit nur möglich ist durch die Verflechtung von Ordnung und Unordnung. Dies sei nicht die beste aller möglichen Welten, sondern eine, die der Erlösung durch Gottes eigenes Leiden bedürfe. Ob man diese Antwort überzeugend finde, läge am eigenen Glauben. Das Problem des Übels sei durch rationales Kalkül nicht aufzulösen. Schon der biblische Hiob bekam zu spüren, dass einfache Antworten überhaupt keine Antworten sind - hhp

Erstellt von hhp | | Ayala | Englisch | Theodizee | Intelligent Design | Templeton Foundation | Evolution | Interdisziplinarität | Wissenschaftstheorie | Dawkins

Francisco Ayala wins the Templeton Prize - beliefnet

Rod Dreher, Öffentlichkeitsarbeiter bei Templeton, berichtet ausführlich über die Preiszusage an F. Ayala, dessen Rede in Auszügen wiedergegeben wird. Ayalas Grundeinstellung wird dabei deutlich: Wissenschaft und Glaube sind keine Gegensätze, sondern zwei unterschiedliche Zugangsweisen zur Welt. Zu Konflikten komme es nur bei illegitimen Grenzüberschreitungen. In seiner Publikation "Darwin's Gift" wirft Ayala Dawkins einen Kategorienfehler vor, wenn dieser alles Wissen außerhalb der Grenzen der Wissenschaft als minderwertig oder verdächtig ansehe. Eine wissenschaftliche Weltsicht sei "hoffnungslos unvollständig", da sie Wert- und Sinnfragen gar nicht umfassen könne. Das Buch attackiert gleichermaßen Intelligent Design (ID), in wissenschaftlicher, aber auch theologischer Hinsicht. Dreher vermutet, dass die Dawkins- und ID-Vertreter mit der Preisvergabe nicht glücklich sein werden; Reaktionen von dort will er in seinen Blog aufnehmen. Also: Erneut vorbeischauen - hhp