Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Astronomie | Außerirdische | Benedikt XVI. | Deutsch | Gottesbild | Intelligent Design | Posener: Kreuzzug | Schönborn | Vatikan

Würden Sie Aliens taufen? - welt.de

Alan Posener berichtet von seinem Besuch beim Jesuiten und päpstlichen Astronomen Guy Consolmagno, der für seine naturwissenschaftlichen Popularisierungen mit der Carl Sagan Medaille ausgezeichnet wurde. Das Gespräch dreht sich um die unterschiedlichen Zugänge zur Wirklichkeit, die durch Glaube und Wissenschaft möglich sind, und um Missverständnisse, die durch falsche Gottesbilder entstehen. So distanziert sich der Jesuit von Gott als Lückenbüßer und von Intelligent Design (ID). Posener ist dies nur recht, vermeint er doch dadurch sich erneut gegen Benedikt XVI. und Schönborn, die er als ID-Befürworter hinstellt, munitionieren zu können. Consolmagno antwortet darauf, dass Benedikt wohl missverstanden worden sei - ich möchte ergänzen: sicherlich auch durch Posener (siehe meine Besprechung unter http://www.forum-grenzfragen.de/aktuelles/171209-ist-der-papst-neo-kreationist.php). Schließlich kommt das Gespräch auf die Titelfrage zu sprechen: "Würden Sie einen Außerirdischen taufen?" Consolmagnos kluge Antwort: "Nur wenn sie darum bittet." - hhp

Erstellt von hhp | | Atheismus | Deutsch | Gottesbild | Theologie

Ein notwendiges Medikament - Der Philosoph Robert Spaemann erklärt, warum der Gottesglaube für ihn Bestand hat - Der Spiegel Nr. 24 vom 7.6.2014, 66f.

Das Interview mit dem Philosophen Robert Spaemann kann als kritische Anfrage an Dworkins Entwurf einer Religion ohne Gott gelesen werden, der im Zentrum des vorausgehenden Artikels stand. Zu Recht fragt Spaemann: "Wie kann man als Atheist die Absolutheit von Werten behaupten?" Die Argumente, die Dworkin gegen einen Relativismus ins Feld führt, sind für Spaemann "Argumente für Gott". Gegen den Relativismus rein subjektiver Perspektiven setzt Spaemann die Wahrheitsfähigkeit, die ohne Gott nicht zu haben sei: "Die Wahrheit des Ganzen braucht die Gottesperspektive". Wer von dem Artikel eine Antwort auf die (vom Interviewer dreimal gestellte) Frage erwartet, ob Gott mehr ist als eine Projektion, wird leider enttäuscht. Enttäuscht wird aber auch der Leser des vorgängigen Artikels, der die Antwort auf die Frage, wie Dworkin die Absolutheit der Werte ohne Gott begründet hat, ebenso schuldig bleibt. - hhp

Erstellt von hhp | | Atheismus | Gottesbild | Deutsch

Das unsterbliche Gerücht - Der Spiegel Nr. 24 vom 7.6.2014, 58-65

Mit dem Buchtitelt "Das unsterbliche Gerücht" von Robert Spaemann diskutiert die Titelstory des Spiegels "die Zukunft der Religion: Glaube ohne Gott" - so der Untertitel des Heftes. Inhaltlich orientiert sich der Artikel an Ronald Dworkin, der einen "Zwischenraum zwischen Religiosität und Atheismus" anziele. Die scheinbar gegensätzlichen Pole von Theismus und Atheismus würden verbunden durch den "Glauben an Werte". Diese wiederum "begründeten sich aus sich selbst heraus, seien umfassend und damit autonom". Ein solcher "säkularer Humanismus" könne auf Gott - Dworkin zufolge - verzichten, es blieben noch "der Sinn des Lebens und die Schönheit der Natur", die von beiden Polen geteilt werden könnten. Gott als Person zu denken, sei mythologischer Herkunft und deshalb heutzutage obsolet. Der evangelische Pfarrer Claussen lässt sich von dieser "Religion ohne Gott" inspirieren, setzt aber dennoch seine "Religion mit Gott" dagegen, indem er ein komplexes, bewusst paradox formuliertes christliches Gottesbild hochhält: Dieses passe durchaus "in seiner Offenheit ... in eine moderne, komplexe Welt". - hhp