Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von fv | | Deutsch | Einstein | Physik

Licht beim Trödeln ertappt

Licht im Vakuum langsamer als Lichtgeschwindigkeit? Es gibt auch in der heutigen Zeit immer wieder überraschende Befunde, die zumindest die Ahnung aufkommen lassen, dass auch gut etablierte Theorien wie etwa die Relativitätstheorie noch einmal überdacht werden müssen. So hat man nun Versuche mit einem speziell modulierten Licht gemacht (Bessel-Strahlen) und festgestellt, dass dieses Licht sich auch im Vakuum langsamer fortbewegt als mit Lichtgeschwindigkeit. An der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit hängt in gewisser Weise aber die Relativitätstheorie. Nun wird das spezielle Licht so interpretiert, als ob die Photonen tatsächlich mit Lichtgeschwindigkeit fliegen, allerdings auf einer Zickzack Kurve. Diese Interpretation "rettet" die Relativitätstheorie und die Konstanz von c. Was aber, wenn es auch andere Interpretationen gäbe - sollte man dann noch einmal neu über die Relativitätstheorie nachdenken müssen!? Man sieht: die Forschung bleibt spannend! - fv

Erstellt von hhp | | Deutsch | Atheismus | Einstein | Hawking | Johannes Paul II. | Kosmologie | Astronomie | Schöpfung | Wissenschaftsgeschichte | Wissenschaftstheorie

Revolution unseres Weltbildes - Der Vater des Urknalls - faz.net

Ulf von Rauchhaupt erinnert daran, dass der eigentliche Entdecker des Urknalls der Priester und Astrophysiker Georges Lemaitre war. Seine Leistung bestand vor allem darin, Theorie (Relativitätstheorie) und Beobachtung (Rotverschiebung) zusammenzubringen, was ihn zu der Einsicht brachte, dass der Raum expandiere. Auf die Idee, dass diese Expansion in einem "Ur-Atom" ihren Anfang nahm, der Kosmos also einen zeitlichen Beginn hatte, kam Lemaitre erst später. Er erntete dafür scharfe Kritik, die bekannteste von Fred Hoyle, der abfällig vom "Big Bang" sprach und damit den Begriff Urknall prägte. Zeitlebens wehrte sich Hoyle gegen einen Urknall, wohl aus dem atheistischen Unbehagen heraus, der Urknall könne mit der Schöpfung identifiziert werden. Diese vermeintlich nahe liegende Verbindung war für Lemaitre allerdings nicht der Grund, die Urknallthese zu favorisieren. Im Gegenteil, er mochte es nicht, "wenn jemand den Urknall als Argument für die christliche Lehre in Dienst nahm", wie dies auch Papst Pius XII. tat. Offenbar brachte Lemaitre den Papst daraufhin dazu, sich bei späteren Gelegenheiten zurückhaltender zu äußern. Bereits für Thomas von Aquin - so vertieft der Autor - sei eine anfanghafte Welt genauso mit der Schöpfungslehre vereinbar wie eine ewige. Diese Hinweise verdienen ausdrückliche Beachtung, da die Gleichsetzung von Schöpfung und Urknall ein immer noch aktuelles Missverständnis darstellt. So hält sich hartnäckig das Gerücht, Johannes Paul II. solle Stephen Hawking gebeten haben, den Urknall nicht näher zu erforschen - dies sei schließlich der Augenblick der Schöpfung. Als Papstäußerung halte ich dies für eine Ente, als verbreitete Meinung ist dies - ganz im Sinne des vorliegenden Artikels - dringend korrekturbedürftig. - hhp

Erstellt von al | | Einstein | Deutsch

Einstein-Brief bei Ebay - "Die Bibel ist eine Sammlung primitiver Legenden" - sueddeutsche.de

Einstein hat sich zu den Themen Gott und Religion immer wieder geäußert, seine Erklärungen waren jedoch manchmal missverständlich. Klarheit soll ein privater Brief Einsteins verschaffen, der jetzt auf Ebay versteigert wird. Offensichtlich war Einstein gegenüber den verfassten Religionen sehr kritisch, hatte jedoch seine eigene Form von Religiösität gefunden. Dass der Artikel dann Einsteins kritische Haltung zum eigenen Judentum mit der aktuellen Beschneidungsfrage in Beziehung setzt, ist ein echter Anachronismus. - al