Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | |   Anthropologie

Der ganz reale Transhumanismus - hpd

Die Philosophin und Theologin Daniela Wakonigg bedenkt zunächst theoretisch die Möglichkeiten der Verbesserung des Menschen durch sich selbst (Transhumanismus). Angezielte Verbesserung sei dabei nichts Neues: Es gebe "zwischen Ötzis Pelzmantel und dem verpflanzten Herzen ... nur einen graduellen Unterschied". Erst die Gentechnik habe einen qualitativen Sprung erlaubt, indem die Nachkommenschaft genetisch optimiert werden könne; nicht nur durch pränatale Selektion, sondern auch durch präkonzeptionelle Auswahl des Fortpflanzungspartners. Hier setze i. a. Ethik ein: Was heißt "Verbesserung" und welche Auswahlkriterien sollen es sein: Krankheit, Intelligenz, Schönheit, Stärke? Wer entscheidet? Gibt es den Dammbruch? Wichtige Fragen, sicherlich. Aber - so der Clou des Artikels - es gebe sie "schon längst, die Selbstoptimierung des Menschen durch die Genforschung". Das beweise, dass der Mensch keine ethischen Diskussionen abwarte, wenn es um Selbstverbesserung gehe, die offenbar in der menschlichen Natur liege. In dieser Natur liege es aber auch, manches von der Selbstoptimierung auszuschließen wie das Streben nach Macht und Reichtum. Und es erscheint der Autorin nicht unwahrscheinlich, "dass genau dieser Spagat zwischen Selbstoptimierung einerseits und Selbstoptimierungsresistenz andererseits den Menschen letztlich seinen Kopf kosten wird".

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Erstellt von al | |   Deutsch

Spender gesucht - ZEIT online

Angesichts des Inkrafttretens der Regelungen des neuen Organtransplantationsgesetzes thematisiert der Autor die Schwierigkeiten der Lage in Deutschland und macht sie vor allem an der grundsätzlichen Organisation der Organspende hierzulande und vor allem in den Krankenhäusern fest. Die schlechte PR durch die jüngsten Skandale wird erwähnt, nicht aber das Problem, dass jüngst wieder deutlich wurde, dass "Hirntote" wohl unwiderruflich im Sterben liegen, aber eben noch nicht tot sind. Diese Diskussion und Dimension blendet der Artikel leider aus und ist daher nur begrenzt hilfreich.

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Erstellt von al | |   Deutsch

Wann ist ein Mensch tot? ZEIT Nr. 15 S.41

Christian Schüle berichtet über Zweifel an dem derzeit noch gültigen Hirntodkriterium für Organtransplantationen. Die gegenläufigen Haltungen hängen an der einen großen Frage: Ist ein hirntoter Mensch wirklich tot? Die Grenze zwischen Leben und Tod ist biologisch nicht definierbar. Wodurch ist Menschsein überhaupt bestimmt? Solche Fragen brechen auf und werden von Schüle zu Recht diskutiert. Er plädiert am Ende für den Hirntod als Grundlage einer Ethik der Solidarität. Aber um welchen Preis?

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