Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Evolution | Englisch | Crispr | Darwin

From Fins Into Hands: Scientists Discover a Deep Evolutionary Link - The New York Times

Nach dem Motto "Was Darwin noch nicht wissen konnte" berichtet der Wissenschaftsjournalist Carl Zimmer von modernem Gene-Editing, durch das ferne Verwandtschaften durch anatomische Ähnlichkeiten aufgedeckt werden können. So habe sich Darwin zwar über den ähnlichen Aufbau von Menschenhand, Maulwurfsextremität, Delfinflosse, Fledermausflügel etc. wundern und auf gemeinsame Vorfahren schließen können, die evolutive Verwandtschaft von Menschenhand und Fischflosse jedoch konnte erst kürzlich durch Gentechnik (Crispr) belegt werden. So wurde herausgefunden, dass Fingerknochen und Flossenstrahlen auf der Ebene der Ursprungszellen Äquivalenzen aufweisen und die Entwicklung von Flossen und Gliedmaßen denselben Regeln folgt. Über die Erhellung stammesgeschichtlicher Verwandtschaftsbeziehungen hinaus versprechen sich die Forscher auch Einblicke in den Übergang unserer Vorfahren vom Wasser zum Land. - hhp

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Erstellt von al | | Deutsch | Atheismus | Darwin | Dawkins | Evolution

Wo ist Gott?

Ein Gespräch mit Martin Nowak, Professor für Evolutionsbiologie in Harvard und gläubiger Katholik, über sein Vertrauen in Gott und in die Naturgesetze. Nowak sieht keinen Widerspruch zwischen Naturwissenschaft und christlicher Weltanschauung. Die Argumente von Gegnern dieser Haltung seien nicht wissenschaftlich, sondern subjektive Weltanschauungen, selbst eine Art von atheistischer Religion. Sind die Interviewenden überzeugt, "tausende Naturwissenschaftler" hätten Wissenschaft als Befreiung von den Irrationalitäten des Glaubens erlebt, kontert Nowak: diese Wissenschaftler werden nicht von einem Glauben kuriert, sondern von einem Aberglauben. Viele Menschen dächten, sie müssen zwischen einer religiösen und einer wissenschaftlichen Weltanschauung wählen. Das stimme aber nicht. -- Ein hochinteressantes Interview, das allerdings sowohl bei Interviewern wie bei Nowak von einer intensiveren Auseinandersetzung mit der Geschichte des Verhältnisses von Religion und Wissenschaft weiter gewinnen würde. - al

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Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution | Darwin | Atheismus | Wissenschaftsgeschichte

Besser als der Darwinismus - Ein Blick auf Charles Darwin als Theologen -- HerderKorrespondenz 67, 2013, 33-37

Der interdisziplinär ausgewiesene Religionswissenschaftler Michael Blume stellt in dieser Zusammenfassung seines neuen Buches ("Evolution und Gottesfrage") einen weitgehend unbekannten Blick auf Charles Darwin als Theologen vor und räumt dabei mit einige Vorurteilen auf. So habe Darwin weder Sinn und Fortschritt in der Evolution ausgeschlossen noch die Eigenständigkeit von Kultur und Geist bestritten. Der Monotheismus sei eine "Spitzenentwicklung" und wissenschaftliche Theologie evolutionär notwendig. Blume verkennt freilich nicht, dass Darwin zunehmend zum Agnostiker wurde. Der Glaubenszweifel gründe jedoch nicht in der Wissenschaft, sondern primär in der Theodizeefrage, die für Darwin sehr existenziell war. Noch in seinem letzten Lebensjahr zeige Darwins Begeisterung für den evolutionären Theismus des Philosophen William Graham sein Ringen um die letzten Fragen des Daseins - hhp

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