Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Soziobiologie | Interdisziplinarität | Deutsch | Evolution | Schöpfung | Darwin

"Der Glaube ist eine Waffe im Kampf ums Dasein" - Spektrum der Wissenschaft

Wolfgang Achtner, interdisziplinär engagierter evang. Theologe, weist auf einen weitgehend unbekannten Zeitgenossen Darwins hin. Der Zoologe und Mediziner Gustav Jaeger kann als Vordenker der Vereinbarkeit von Evolutionstheorie und Religion gelten. Jaeger stellte zwei empirisch prüfbare Fragen: Bieten Religionen einen Überlebensvorteil? Wenn ja, welche Religionen sind vorteilhafter? Achtner sieht darin das angedacht, was heute z. B. der Religionswissenschaftler Michael Blume auf solide empirische Füße stellt. Achtner sieht ein solches funktionalistisches Religionsverständnis nicht unkritisch, da es gerade zum Wesen einer Religion gehöre, "sich funktionalem Denken zu entziehen". Dennoch könne Jaeger für sich in Anspruch nehmen, ein Pionier der Vereinbarkeit zu sein - hhp

| Deutsch | Wissenschaftstheorie | Darwin | Evolution

Der Westen: Darwinismus: Der emporgekommene Affe

In einem Interview geht der Essener Biologe und Philosoph Hans Werner Ingensiep auf zentrale Implikate der Evolutionstheorie ein. Im Kontext der Frage, ob die Evolution ein Ziel kenne, erwähnt Ingensiep die neue Forschungsrichtung "Evo Devo", sieht aber weniger einen planenden Ingenieur als einen wilden Bastler am Werk. Dass in diesem Prozess Kultur mit ganz eigenen Gesetzen entstanden ist, macht Ingensiep mit einigen anschaulichen Beispielen klar. Er hält es für "höchst problematisch", das Selektionsprinzip auf die Kultur zu übertragen. Man erinnere sich an den Artikel von Hubert Markl, für den die Entstehung der Kultur einen "Umschlag von Quantität in neue Qualitäten" bedeutete (siehe 12.02.09: 200 Jahre Darwin).

| Politik | Deutsch | Intelligent Design | Kreationismus | Evolution | Darwin

Darwin in der Türkei - Eine Kreation provoziert - Wissen - sueddeutsche.de

Kai Strittmatter berichtet von einem türkischen "Darwin-Skandal". Ein für die Zeitschrift "Wissenschaft und Technik" geplanter Darwinbeitrag samt Titelbild fielen der Zensur zum Opfer. Für diese Politisierung der Wissenschaft verdächtige man Gegner der Evolutionstheorie. An Hintergründen erfährt man, dass Kreationimus in Lehrplänen vorkommt, dass sich der Erziehungsminister zu Intelligent Design bekennt, und welchen Einfluss der islamische Kreationist Harun Yahya ausübt.