Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Bioethik | Kreationismus | Darwin | Comfort: Origin | Englisch

Steven Newton: Darwin, Creationism, and Creation - Huffington Post

Steven Newton, Mitarbeiter des National Center for Science Education (NCSE) mit historischen Kenntnissen über die Eugenik-Programme der Nazis, lobt die z.Zt. erscheinende DVD "Creation". Der Film zeige Darwin als zutiefst nachdenklichen Menschen voller Mitgefühl und Furcht vor den Implikationen und vor der Rezeption seiner revolutionären Ideen. Wohltuend grenze sich dieser Film von den Verzerrungen der Kreationisten ab, die Darwin allzu gern als Wurzel und Motor des Holocaust darstellen. Namentlich erwähnt der Autor Ray Comfort und dessen kommentierte ("Darwin ist nichts als ein offensichtlicher Rassist") Neuauflage von Darwins "Origin", sowie Protagonisten des Discovery Institute, die u.a. Darwins Einfluss auf den „Todesengel von Auschwitz“, Josef Mengele, herausstellen. Der Film - so die Kreationisten - sei eine "Hollywood Hagiographie" und eine "Strategie der Evolutionisten, um Herz und Verstand der Zuschauer zu gewinnen". Dies sei die beste Empfehlung für den Film - so Newton - hhp

Erstellt von hhp | | Englisch | Fodor / Piatelli-Palmarini: What Darwin got wrong | Evolutionismus | Darwin | Evolution

What Darwin Got Wrong by Jerry Fodor and Massimo Piattelli Palmarini - The Guardian

"Kein noch so mächtiges Filter kann der Grund für das sein, was durch es hindurchfließt". In diesem Vergleich mit der natürlichen Selektion als Filter bringt Mary Midgley, die der Guardian als "Englands führende Geißel wissenschaftlicher Anmaßung" bezeichnet, die Darwinismuskritik Fodors und Piattelli-Palmarini auf den Punkt. Mit ihnen bestreitet Midgley zwar nicht die Existenz des äußeren Faktors "Selektion", wohl aber dessen privilegierte Stellung innerhalb anderer auch innerer Ursachen. Mit den Autoren spricht die Rezensentin von einer "Masse an internen Einschränkungen, die erfüllt sein müssen, bevor überhaupt ein Phänotyp der äußeren Selektion 'angeboten' werden kann" - hhp

Erstellt von hhp | | Fodor / Piatelli-Palmarini: What Darwin got wrong | Englisch | Wissenschaftstheorie | Evolution | Darwin

Survival of the fittest theory: Darwinism's limits - opinion - New Scientist

Die Kognitionswissenschaftler Jerry Fodor und Massimo Piattelli-Palmarini fassen in diesem Artikel ihr darwinkritisches (aber dezidiert nicht kreationistisches) Buch "What Darwin Got Wrong" zusammen. Ihrer Meinung nach ist die meiste neodarwinistische Literatur "erschreckend unkritisch", und ein wissenschaftlich üblicher methodologischer Skeptizismus fehle erstaunlicherweise. Der Haupteinwand der Autoren gegen den derzeitigen Neodarwinismus bezieht sich auf die Dominanz der "natürlichen Selektion" und damit der äußeren Faktoren. Die Autoren setzen Darwin in Analogie zu Skinner, dessen Behaviourismus ebenfalls auf innere (hier: innerpsychische) Faktoren zur Erklärung verzichtete. So wie Skinners Theorie heute als unzureichend erkannt wurde, so bedürfe auch die natürliche Auslese notwendig der Ergänzung durch interne Faktoren. Damit wollen die Autoren auch den "schleichenden imperialistischen Tendenzen" der Selektionstheorie, denen selbst die Theologie nicht entgehe, gegensteuern - hhp