Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Akademie-rs | Deutsch | Bioethik | Politik | PID

Ein bisschen illegal - Stuttgarter Nachrichten

Marc Schieferecke kommentiert eine Akademietagung zur Präimplantationsdiagnostik (PID) und stellt die Zusammenhänge mit der künstlichen Befruchtung, deren Erfinder Robert Edwards just am Tagungstag den Medizin-Nobelpreis zuerkannt bekam, und der Abtreibungsproblematik heraus. "PID ist Selektion", zitiert der Autor den Ethiker Dietmar Mieth, und eine Liste der erlaubten PID-Eingriffe sei "gleichzeitig eine Diskriminierungsliste", so wird die Ethikerin Katrin Bentele wiedergegeben. Wenn aus diesen oder anderen Gründen die Katholiken die Genuntersuchung ablehnten, dann - vermutet der Autor - "fördern sie im Gegenzug die Abtreibung". Dass dies etwas zu einfach gedacht ist, zeigt die Dokumentation der Tagung unter: http://www.forum-grenzfragen.de/diskurs/gentest-am-embryo-pid-in-der-diskussion.html. - hhp

Erstellt von sh | | Englisch | PID

Government funding for stem cell research blocked by US court - guardian.co.uk

In den USA sind Wissenschaftler in Aufruhr, da die staatliche Finanzierung von Forschungen mit embryonalen Stammzellen (die erst 2009 durch Obama wieder möglich gemacht wurde) von Amtsrichter Royce Lamberth in Frage gestellt wurde. Lamberth stützt sich auf die Dickey-Wicker Gesetzesänderung von 1995, die festlegt, dass keine Steuergelder für Forschungen ausgegeben werden dürfen, bei denen menschliche Embryonen zerstört oder gefährdet werden. Lamberths Urteil wird zwar höchstwahrscheinlich angefochten werden, es bestätigt jedoch Ängste, die es bereits im letzten Jahr gab, dass eine präsidiale Anordnung ein schwächerer Schutz der Finanzierung sei, als ein Gesetz, das vom Kongress verabschiedet wurde - sh

Erstellt von hhp | | Deutsch | Bioethik | PID

Qualitätskontrolle vs. Menschenwürde - Zweckentfremdet - The European

Unter dem Stichwort "Zweckentfremdet" wendet sich der Moraltheologe und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Eberhard Schockenhoff, gegen das BGH-Urteil und die PID. Die gesetzliche Festlegung, dass ein Embryo nur zum Zwecke der Schwangerschaft künstlich erzeugt werden darf, sei mit diesem Urteil ad absurdum geführt. Schließlich würden Embryos bei auffälligem Befund verworfen und damit nicht zum Zwecke ihrer Erhaltung erzeugt. Das verstoße gegen Menschenwürde, Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit; vor allem aber sieht Schockenhoff darin eine "unerträgliche Diskriminierung von behinderten Menschen". Formal beklagt Schockenhoff die Wortverdreherei, die den Gesetzessinn ins Gegenteil verkehre. Keine Exegese, sondern eine "erkennbar ergebnisbezogene Auslegung" - hhp