Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

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Pränataldiagnostik: Mutters Blut, Babys Gene - ZEIT Nr. 6 S.33f

Die einst nur nebulöse Vision der Pränatalmediziner, den Eltern ein gesundes Kind garantieren zu können, nimmt allmählich Gestalt an. Die Frühdiagnostik kann bereits die Zahl von schwer kranken, behinderten oder tot geborenen Kindern vermindern – um den Preis vermehrter Abtreibungen. Auch die letzte Eskalationsstufe ist bereits erkennbar: Eine ausgedehnte Gendiagnostik noch bevor ein künstlich befruchtetes Ei überhaupt in den Uterus implantiert wird. Für die Dekodierung des Genoms reichen inzwischen die Erbmoleküle einer einzigen Zelle aus. Auf eine Vielzahl von heiklen Fragen fehlen jedoch Antworten, so der Artikel sehr zu recht: Wofür und in welchem Umfang sollten die neuen Testverfahren eigentlich genutzt werden? Sein weises Fazit: Achtung, genetische Defekte hat jeder Mensch. - al

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Im Dauertest – ZEIT NR. 33 S. 31

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Rechtsverordnung vorgelegt, die praktische Fragen der Anwendung der PID regelt. Ulrich Bahnsen kommentiert und wischt die Einwände des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung zur Seite, die der Vorsitzenden des Ethikrates lässt er allerdings gelten. Sie verlangt eine detaillierte Dokumentation der Anlässe für Embryonenuntersuchungen. Nun hatte der Bundestag einerseits eine genaue Beobachtung der PID-Praxis verlangt, andererseits keine offizielle Liste von Leiden gewollt. Über diesen Zielkonflikt sollte in der Tat noch einmal gestritten werden, und das ist gut so. - al

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Erbgutanalyse: Was Mutters Blut verrät - ZEIT Nr. 21

In Kürze wird ein Unternehmen einen Test auf den Markt bringen, den viele als Segen, manche dagegen als Fluch empfinden dürften. Denn derTest soll die frühe Entdeckung von Föten mit Downsyndrom massiv erleichtern. Bereits ab der 12. Schwangerschaftswoche erhalten Eltern und Ärzte eine sichere Auskunft, ob der heranwachsende Mensch von dieser häufigsten Form angeborener geistiger Behinderung betroffen ist. Für die Inspektion des werdenden Lebens reichen ein paar Milliliter Blut der Schwangeren. Bevor das neue Verfahren den Eingriff in den Bauch der Schwangeren wirklich ablösen kann, muss der Bluttest allerdings erst noch eine diagnostische Allzwecktauglichkeit erreichen. Während US-Ärzte schon eine schnelle Erweiterung des Testes anmahnen, schürt die Aussicht auf ein künftiges Rundum-Radar im fötalen Erbgut hierzulande vor allem Besorgnis. Aufgeschreckt von den Berichten, wurde der Deutsche Ethikrat mit der Ausarbeitung einer Stellungnahme beauftragt. - al