Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von al | | Deutsch | Bioethik | PID

Früher erkennen - ZEIT Nr. 34 S. 31

Gerade hat sich der Bundestag dazu durchgedrungen, PID in Ausnahmefällen zuzulassen, da kommt die Humangenetik mit einem komplikationsfreien Verfahren daher, das zudem noch früher in der Schwangerschaft anwendbar ist. Das Blut der Schwangeren gibt über das Genom des Kindes Auskunft. Die Zeiten nähern sich dem Ende, in denen gesunder Nachwuchs eine Gnade war und ein behindertes Kind ein hinzunehmendes Schicksal. Aber ob damit wirklich nur "Klarheit" geschaffen wird und nicht doch auch Abtreibungen provoziert werden? Es könnte sein, dass der Test bald Routine ist, erst einmal allerdings nur für diejenigen, die sich ihn leisten können. Ist Behinderung dann ein Stigma armer Eltern? - al

Erstellt von pk | | Deutsch | PID

PID-Beschluss im Bundestag: Wünsch dir was - The European

Katrin Grüber, die Leiterin des Instituts Mensch, Ethik und Wissenschaft bedauert die Entscheidung des Bundestags zur PID. Sie befürchtet insbesondere, dass eine dauerhafte Begrenzung des Anwendungsbereichs der PID nicht möglich ist. Mit Verweis auf die Erfahrungen in anderen Ländern geht sie davon aus, dass die getroffenen Verfahrensregelungen auf Dauer nicht verhindern können, dass die PID qualitativ immer weiter auf eine steigende Anzahl von Krankheiten und Behinderungen ausgedehnt werden wird. Als problematisch sieht sie auch den ungeklärten Umgang mit bei der Diagnostik erhaltenen Überschussinformationen, sowie den ungeklärten Umgang mit dem höheren Bedarf an Embryonen für das Verfahren. Die Befürworter der PID sieht sie nun in der besonderen Verpflichtung, die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die Behinderung als Teil menschlicher Vielfalt ansieht, in dieser Hinsicht umzusetzen - pk

Erstellt von al | | Deutsch | Bioethik | PID

PID-Entscheidung: Welchen Embryo meint ihr? - FAZ.NET

In der PID-Entscheidung im Bundestag ging es um die Auswahl und den Schutz des frühesten, künstlich gezeugten Embryos. Das Embryonenschutzgesetz ist in der Hinsicht aber heillos veraltet, geht es doch von der Abgrenzung der totipotenten Zelle gegen die pluripotente Zelle aus. Zu dem Zeitpunkt, als es beschlossen wurde, war die Technik noch nicht entwickelt worden, mit der aus embryonalen, pluripotenten Stammzelllinien neue Individuen erzeugt werden können. Nun muß das Regelwerk überdacht werden. Das denkbare Kriterium, all diese Zellen strafrechtlich vor Manipulationen zu schützen, ist unmöglich. Um eine konsistente Basis zu erhalten, indem zum Beipiel all diese Zellen als totipotent eingestuft werden, müssten wesentliche Bereiche der aktuellen Medizin kriminalisiert werden. Der Artikel bietet einen anderen, sinnvolleren Ausweg an. - al