Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | |   Kosmologie

Gott und der Urknall - Publik-Forum 1/2015, 26-29

Können naturwissenschaftliche Theorien Grundfragen des Daseins beantworten? Für ein entschiedenes "Nein" plädiert der Autor Frank Vogelsang und macht dies am Beispiels des Urknalls deutlich. Scheinbar war der Übergang von der Newtonschen Welt ohne Anfang zu einem Kosmos mit Anfang ("Urknall") theologisch anschlussfähiger. Tatsächlich jedoch - so Vogelsang - "muss vor einer solchen voreiligen Identifizierung von Schöpfung und Urknall nachdrücklich gewarnt werden". Schließlich könnten sich Erkenntnisse samt vermeintlicher Anschlussfähigkeit ändern, man denke an Multiversums- oder anfangsfreie Theorien à la Hawking. Sich auf bestimmte physikalische Theorien festzulegen ist der Theologie aber nicht nur aus strategischen Gründen verwehrt. Solche Theorien "können aus grundsätzlichen methodischen Überlegungen heraus keine theologischen Erwartungen bedienen".

Theologie komme dann ins Spiel, wenn es um "Lebenswelt" geht, die umfassender ist als das, was naturwissenschaftlich beschrieben werden kann.

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Erstellt von fv | |   Deutsch

Edward O. Wilson: Die soziale Eroberung der Welt: Zuerst die Ameisen und dann die ganze Welt - faz.net

Helmut Mayer bespricht ein neues Buch des Soziobiologen Edward O. Wilson: "Die soziale Eroberung der Erde. Eine biologische Geschichte des Menschen". Mayer weist nach, dass Wilson ohne Zweifel im Laufe seines Forscherlebens eine große Kompetenz in der Beschreibung von eusozialen biologischem Verhalten erlangt hat. Sein Spezialgebiet ist die Beschreibung von Ameisenpopulationen und deren Fortpflanzung. Der entscheidende Punkt aber ist der, dass Wilson in dem Buch nicht eigentlich auf das Verhalten von Ameisen zielt, sondern darauf, menschliches Verhalten zu erklären. Hier bietet er die Unterscheidung von "guten" Merkmalen, die aus einer so genannten Gruppenselektion stammen sollen und "schlechten" Merkmalen, die aus der Individualselektion stammen sollen. Hierauf richtet sich Mayers kluge Kritik, die darauf hinausläuft, dass das Methodenarsenal, das hilft, Ameisenpopulationen zu beschreiben, wissenschaftlich fragwürdig wird, wenn man es unbesehen auf Menschen übertragen will

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Erstellt von fv | |   Deutsch

Das emotionale Tier - ZEIT Nr. 37 S. 54f

Michael Hartmann weist darauf hin, dass den Gefühlen in der Philosophie neue Aufmerksamkeit geschenkt werden. Tatsächlich waren Gefühle immer schon Thema der abendländischen Philosophie, doch seit Platon zumeist mit der Rolle des Widersachers der Vernunft; sie waren das, was der Philosoph zu überwinden trachtete. Doch seit den 80er Jahren des letzten Jhds. finden die Gefühle in einer anderen Weise neue Aufmerksamkeit. Man begann zu erkennen, dass Gefühle durchaus auch rationale Anteile haben. Es ist also vernünftig, sich mit Gefühlen zu befassen. Diese gerieten immer stärker in die Aufmerksamkeit, das Schlagwort der emotionalen Intelligenz machte die Diskussion populär. Doch auch hier warnt Hartmann zurecht: Gefühle mögen rationale Anteile haben, aber sie lassen sich nicht rationalisieren. Ihnen bleibt ein widerständiger Kern, der weder Gegner der Vernunft ist noch auch die Vernunft in anderer Form. Vielmehr zeigen sie auch die grundlegende Gegebenheit des Menschen: So ist es eben

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