Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von fv | | Deutsch | Anthropologie | Soziobiologie

Edward O. Wilson: Die soziale Eroberung der Welt: Zuerst die Ameisen und dann die ganze Welt - faz.net

Helmut Mayer bespricht ein neues Buch des Soziobiologen Edward O. Wilson: "Die soziale Eroberung der Erde. Eine biologische Geschichte des Menschen". Mayer weist nach, dass Wilson ohne Zweifel im Laufe seines Forscherlebens eine große Kompetenz in der Beschreibung von eusozialen biologischem Verhalten erlangt hat. Sein Spezialgebiet ist die Beschreibung von Ameisenpopulationen und deren Fortpflanzung. Der entscheidende Punkt aber ist der, dass Wilson in dem Buch nicht eigentlich auf das Verhalten von Ameisen zielt, sondern darauf, menschliches Verhalten zu erklären. Hier bietet er die Unterscheidung von "guten" Merkmalen, die aus einer so genannten Gruppenselektion stammen sollen und "schlechten" Merkmalen, die aus der Individualselektion stammen sollen. Hierauf richtet sich Mayers kluge Kritik, die darauf hinausläuft, dass das Methodenarsenal, das hilft, Ameisenpopulationen zu beschreiben, wissenschaftlich fragwürdig wird, wenn man es unbesehen auf Menschen übertragen will - fv

Erstellt von hhp | | Dawkins | Atheismus | Evolutionismus | Soziobiologie | Englisch

The Selfish Gene by Richard Dawkins – book review - Guardian

Der Verfasser wendet sich gegen die brüske Kritik, das "egoistische Gen" sei eine außer Kontrolle geratene Metapher. Dawkins Metapher sei dagegen klug gewählt, kontrolliert, und Gott sei Dank trage die Jubiläumsausgabe nach 30 Jahren noch denselben Titel. Dawkins‘ Brillanz liege in dem Aufweis, wie Gene ihren "Überlebensmaschinen" so viel Vorteile verschaffen, dass sie der nächsten Generation weitergegeben werden können. Individuelles Leben ist in dieser Sicht nicht mehr als ein "Satzzeichen im blinden, automatischen Verlangen der DNA nach Ewigkeit". Solche Formulierungen zeigten wohl einen unbarmherzigen Zug in Dawkins' Argumentationsstil. Gelegentliche Zugeständnisse seien nur Schein, denn er habe bereits alle möglichen Einwände durchdacht und mache sie fröhlich und mit scheinbar müheloser Logik zunichte, und so feuere dieses Buch auch die Eröffnungssalven des späteren totalen, intellektuellen Sturmangriffs auf die Religion - hhp